Wissenswerte Grundlagen

Fitness und Kampfsport kombinieren & von gesteigerter Leistung profitieren

2 Boxer Fitness und Kampfsport
Darek Shabany
Geschrieben von Darek Shabany

Der Grund, ein Fitnessstudio zu besuchen, ist nicht immer körperliche Fitness. Viele verfolgen damit auch das Ziel, Selbstbewusstsein zu erlangen und sich insgesamt wohler zu fühlen. Viele Fitnessforen (wie auch das bei Muscle-Corps) haben daher einen eigenen Kampfsport Bereich.

Gründe mit Kampfsport anzufangen

Jegliche in Vollkontakt ausgeführte Sportarten sind sehr anspruchsvoll. Sie fordern Explosivität, Kraft und Ausdauer. Viele identifizieren sich gern mit dem starken, in den Medien vertretenen Kampfsportler. Aber damit man sich wohl in der Rolle fühlt, muss man den Sport intensiv und erfolgreich ausüben.

Was das richtige Training für viele Kampfsportarten betrifft, so gibt es hier noch viele Fehler und Vorurteile. Da sich der Sport seit mehreren hunderten Jahren entwickelt hat, fokussieren viele sich auf traditionelle Trainingsmethoden, ohne zu hinterfragen, wie hilfreich das jeweils ist.

Benötigte Faktoren, um erfolgreich im Kampfsport zu sein

Um erfolgreich in einer Sportart zu sein, muss man die Kette in die einzelnen Glieder aufbrechen und sich fragen, was diese ausmacht. Wenn man dann beginnt, jedes dieser Glieder zu festigen, so kommt am Ende eine stärkere Kette raus.

Was so einfach klingt, kann auch im Boxen einfach umgesetzt werden. Während viele Kondition fälschlicherweise als Ausdauer verstehen, nutzt man dies im Sport, um einzelne wichtige Faktoren zu spezifizieren. Diese sind unter anderem (siehe auch http://www.vflfw.de/jugendkonzept-2/trainingsgrundlagen-breiten-und-leistungssport/):

  • Kraft
  • Beweglichkeit
  • Ausdauer
  • Koordination
  • Schnelligkeit

Wenn man sich diese Bestandteile anschaut, die für eine erfolgreiche Karriere im Kampfsport benötigt werden, dann ist es unverständlich, dass Kraftsport bei vielen Trainern als verpönt gilt.

Denn vier dieser 5 Faktoren lassen sich direkt oder indirekt mithilfe von Fitnesstraining verbessern.

Warum stellen sich viele Trainer gegen Krafttraining?

Die Frage, warum so viele Trainer gegen das Krafttraining sind, wird häufig damit begründet, dass Krafttraining steif macht. Und wenn man sich so manchen Sportler anguckt, dann sind Hobbysportler teilweise zu aufgepumpt und gleichzeitig verkürzt.

Es ist aber ein fataler Fehlschluss, dies auf das Krafttraining zu schieben. Denn leistungsorientierte Kraftsportler haben den Sinn von Beweglichkeitstraining schon lange erkannt. Verkürzungen und Unbeweglichkeit sind somit kein Fehler des Trainingssystems, sondern der Einstellung des Athleten.

Krafttraining für Kampfsportler
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Krafttraining für Kampfsportler
  • Christoph Delp
  • Herausgeber: pietsch
  • Auflage Nr. 1 (31.03.2016)

Leistungssteigerung am Beispiel Boxen

Gehen wir auf eine mögliche Leistungssteigerung ein, die wir mit einem gezielten Krafttraining bewerkstelligen könnten. Dabei wollen wir das Ganze auf ein Boxtraining beziehen.

Die einzelnen fünf Aspekte müssen nun kontinuierlich verbessert und aufgebaut werden.

1. Beweglichkeit

Dies ist kein Faktor, der unsere Leistung verbessert. Zu viel Dehnung sorgt dafür, dass wir eine geringere Muskelspannung besitzen, weshalb kein Boxer sich zu ausgiebig dehnen sollte. Grätschsitze zwischen Stühlen im Sinne von Van Damme mögen zwar cool aussehen, kosten uns letztendlich aber ein wenig Kraft…

Nichtsdestotrotz ist es wichtig, dass Latissimus und Bizeps nicht so verkürzt sind, dass man bei jeder Bewegung gegen die einzelne Muskelspannung anarbeiten muss.

2. Kraft

Krafttraining mit Reifen für Fitness im KampfsportJetzt möchte ich schon zum Krafttraining kommen und erklären, warum ein gutes Krafttraining ähnlich dem von Kraftdreikämpfern uns zu stärkeren Kämpfern macht.

Je höher unsere Maximalkraft ist, desto stärker können wir den Gegner treffen. Und da unsere Körper keine isolierten Systeme sind, bedingt dies einige andere Aspekte.

Grundlegend sollte beim Krafttraining Wert darauf gelegt werden, wirklich stärker zu werden und die eigene Kraft zu erhöhen. Das bedeutet kein Hypertrophie Training, sondern Maximal- und Sätze knapp unter Maximalkraft.

3. Koordination

Grundlegend sollte man sich nichts vormachen. Um wirklich gut Boxen zu können, muss man Boxen von Grund auf lernen. Die Bewegungen sind individuell und einzigartig.

Schweres Training mit Grundübungen sorgt aber dafür, dass man neben dem Kampfsport nicht nur fit wird, sondern seine intermuskuläre Koordination, also die Bewegung, die zwischen den verschiedenen Muskeln ausgeführt wird, koordinieren kann.

4. Schnelligkeit

Da kommen wir zu einem wichtigen Punkt. Fitnesstraining macht dich langsam… Das wird jeder Athlet schon mal gehört haben…

„Aber Kraft ist die Fähigkeit des Muskels, einen beweglichen Gegenstand zu beschleunigen.“ (https://de.wikipedia.org/wiki/Kraft)

Krafttraining steigert die Maximalkraft und Maximalkraft korreliert mit der Schnellkraft. Der Kraftform, die für Boxen, Kickboxen und jede andere schnelle Sportart benötigt wird.

5. Ausdauer

Und dies ist mein Lieblingspunkt. Jeder Sportler, mit dem ich redete, der im Ring wenig Kondition hatte, schob dies immer auf zu wenig Konditionstraining.

Die, die das Problem nicht haben, führen häufig kaum Konditionstraining aus. Ich denke schon, dass ein gewisses Training des Cardiovaskulären Systems hilfreich ist. Mindestens genauso wichtig hierfür ist jedoch, durchgehend Krafttraining auszuführen, da dies direkten Einfluss auf eure Ausdauer haben wird.

Wie?

Ich will versuchen dies an einem Beispiel zu erläutern:

Stell dir vor, zwei Athleten kämpfen gegeneinande. Beide schlagen mit der gleichen Kraft. Für einen sind dies 20 % der möglichen Leistung. Für den anderen 90 % .

Was schätzt du wer schneller ermüden würde?

Abschließende Gedanken

Ich will viele Sachen gar nicht schlechtreden und viele Trainer übernehmen vermutlich einfach das, was sie selbst als erfolgreich erlebt haben. Aber nur, weil es bei ihnen geklappt hat, heißt dies nicht, dass es die optimale Methode ist. Wenn man sich Spitzensportler wie Klitschko oder Joshua anguckt, dann sieht man dass sie diese Einheiten an Krafttraining fest im Programm haben. Jeder Kampfsportler, der auf Leistung bedacht ist, sollte daher ein paar unserer Artikel auf Muscle Corps lesen, um die Grundelemente übers Krafttraining zu erlernen.

Über den Autor

Darek Shabany

Darek Shabany

Darek Shabany ist studierter Sportwissenschaftler und ehemaliger Leistungssportler.

Hauptberuflich arbeitet er an einer Gesamtschule in Hessen und ist in seiner Freizeit ehrenamtlich Referent für den Hessischen Boxverband

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