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Warum nehme ich nicht weiter ab? Die Bedeutung von Leptin in der Diät

Einfluss von Leptin in der Diät

Warum nehme ich nicht weiter ab!?

Du machst eine Diät, trainierst vielleicht sogar, achtest auf die Kalorien, aber du scheinst einfach nicht weiter abzunehmen? Im Internet steht „überprüfe deine Kalorien“. Mist, also noch weiter runter mit den Kalorien? Die Personen, die so abnehmen, nehmen in wenigen Wochen wieder zu. Eventuell ist der Stoffwechsel eingeschlafen?! So oder ähnlich werden Weisheiten im Internet verbreitet und der Körper mechanisch erklärt.

Die Abrechnung mit dem Pseudowissen

Die Erklärung dahinter liegt aber nicht in der Ernährungsweise, den Kalorien oder den fehlenden Nahrungsergänzungen. Entscheidend in diesem Punkt ist der Körper und seine Hormone. Die wichtigen Hormone sind Ghrelin und Leptin.

Dabei sind vor allem diese Hormone bedeutend am Fettanteil und Körpergewicht beteiligt. Übergewichtige oder sogar fettleibige Menschen haben in der Regel zu viel Leptin oder Ghrelin im Blut und gleichzeitig ein niedrigen Blutspiegel vom Peptid YY, das ebenfalls aus der Bauchspeicheldrüse kommt. Im Gegensatz zu Ghrelin fördert dieses Hormon jedoch die Sättigung.

Wissenschaftliche Nachweise

Die Forscher Erez et al. 1 haben festgestellt, dass Gewichtszunahme nach der Diät am Höchsten bei Personen mit niedrigem Leptin-Spiegel war. Weitere Forscher wie Soni et al. 2 konnten diese Entdeckung bestätigen. Jedoch nur bei einer Gewichtsabnahme von 4,5 Kilogramm und auch nur mit weiteren Faktoren, zum Beispiel dass der Leptinspiegel wie beschrieben niedrig sein muss. Drei weitere Studien berichteten über Vergleichsresultate, dass eine Abnahme vom Leptinspiegel während des Gewichtsverlustes mit einer größeren Gewichtszunahme nach der Diät einherging. 3-5

Die Hormone regulieren die Verdauung und das Hungergefühl, die Einlagerung von Nährstoffen ins Fettgewebe, somit also den Fettaufbau und den Fettabbau. Optimal ist ein hoher Leptin-Spiegel. Der sagt dem Körper, dass er satt ist und keine Nahrung mehr braucht. Dieser ist hauptverantwortlich für den „JOJO-EFFEKT“. Ist der Leptinspiegel einmal hoch, kann es nach Studien bis zu 6 Monaten mit normalem Essverhalten dauern, bis der Spiegel wieder absinkt. Der schlechte Freund vom Leptin, das Ghrelin, wird ausgeschüttet bei leerem Magen und Schlafmangel. Die Wissenschaftlerin am Max-Planck-Institut, Dr. Petra Schüssler, sagte folgendes: „Unsere Studienergebnisse zeigen erstmalig, dass die Ausschüttung von Ghrelin ins Blut zur Regulation der Nahrungsaufnahme führt und unser Appetitempfinden steuert.

  • Leptin hemmt den appetitstimulierenden Effekt
  • Leptin hemmt die appetitanregende Wirkung von Anandamid
  • Leptin aktiviert die beiden Neurotransmitter und natürlichen Appetitzügler Proopiomelanocortin.
  • Leptin löst durch Bildung des körpereigenen Appetitzüglers α-MSH (für alpha Melanozyten-stimulierendes Hormon) ein starkes Sättigungsgefühl aus.
  • Was soll ich machen, um einfach nur abzunehmen?

    Um die Hormone in den Griff zu kriegen ist es dringend notwendig, dem Körper keine Hungerperiode zu vermitteln. Das erreicht man, indem man in einer Diät folgende Dinge beachtet:

  • die Kalorienmenge moderat senken, in einer Diät nur um 500 kcal
  • Vitamine, sowohl die fettlöslichen als auch die wasserlöslichen, abdecken
  • mehr als 500 Milligramm von den Omega 3-haltigen Fettsäuren EPA und DHA konsumieren
  • genügend Schlaf und Bewegung mit ca. 10.000 Schritten am Tag normalisiert den Leptinspiegel
  • Glutenhaltige Lebensmittel möglichst meiden

Eine dänische Studie beweist, dass Gluten Leptin hindert an dem Leptinrezeptor im Hypothalamus anzudocken und eine Leptinresistenz begünstigen kann. Der Körper denkt, er hat keine Fettreserven mehr und lagert Fett ein. (6)

Unnatürlich hohe Fruktosemengen und Glukosefructose-Sirup meiden (seit letztem Jahr enthalten viele Cookies leider Glukosefructose-Sirup). Dieser blockiert die Leptinrezeptoren im Hypothalamus. Somit wird das Sättigungsgefühl, welches auch bei hoher Energieaufnahme und hohem Leptinspiegel führt, ausbleibt oder vermindert ist. Erhöht werden auch noch der Triglycerolspiegel, der die Passage von Leptin über die Blut-Hirn-Schranke in das Gehirn erschwert.

Mehr Infos unter: www.ernährungsbalance.de

Quellen

1. Erez G, Tirosh A, Rudich A, Meiner V, Schwarzfuchs D, Sharon N, et al. Phänotypische und genetische Variation in Leptin als Determinanten des Gewichts wiedergewinnen. Int J Obes. 2011; 35 : 785-792. [ PMC kostenloser Artikel ]
2. Soni AC, Conroy MB, Mackey RH, Kuller LH. Ghrelin, Leptin, Adiponectin und Insulinspiegel sowie gleichzeitige und zukünftige Gewichtsveränderungen bei Übergewicht, postmenopausalen Frauen. Menopause. 2011; 18 : 296-301. [ PMC kostenloser Artikel ]
3. Torgerson JS, Carlsson B, Stenlof K, Carlsson LM, Bringman E, Sjostrom L. Ein niedriges Serum-Leptin-Niveau bei Baseline und ein großer Frühabfall in Leptin prognostizieren eine große 1-Jahres-Gewichtsreduktion bei energiebegrenzten fettleibigen Menschen. J Clin Endocrinol Metab 1999; 84 : 4197-4203. [ PubMed ]
4. Crujeiras AB, Goyenechea E, Abete I, Lage M, Carreira MC, Martinez JA, et al. Gewichtsrückgewinnung

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