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Frage zur Krafteinteilung ("Explosivkraft", "Maxkraft", etc.)

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  #1  
Alt 26.08.2007, 21:32
MC-Neuling
 
Registriert seit: 26.08.2007
Beiträge: 2
Standard Frage zur Krafteinteilung ("Explosivkraft", "Maxkraft", etc.)

Wursti hat mir neulich geschrieben daß die Einteilung in Explosivkraft, Maxkraft, Schnellkraft usw. alt und falsch ist.

Wie ist dann eine "Neue" bzw."Richtige" Einteilung zu finden? Bzw. könnt ihr sie mir erklären?

Danke,
washburne
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  #2  
Alt 26.08.2007, 22:35
Benutzerbild von PoserPole
MC-User
 
Registriert seit: 21.06.2005
Ort: Kiel
Beiträge: 953
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Standard Re: Frage zur Krafteinteilung ("Explosivkraft", "Maxkraft", etc.)

Wie alt soll die denn sein, und was ist an ihr falsch?
Ich habe letztes Jahr im Sport LK, aus ziemlich aktuellen Büchern, genau das gelernt. Würde mich mal interessieren, ob was an der Sache dran ist.

Gruß
__________________
SPORT SPORT SPORT
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  #3  
Alt 27.08.2007, 10:30
Benutzerbild von de-fortis
Administrator
 
Registriert seit: 19.03.2005
Ort: Sachsen-Anhalt
Beiträge: 10.427
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Standard Re: Frage zur Krafteinteilung ("Explosivkraft", "Maxkraft", etc.)

Falsch würde ich nicht sagen es ist so oder so nur Theorie die u.a. auf Empirismus beruht, es ist nunmal so das vers. Intensitäten in vers. Bereichen unterschiedliche "Eigenschaften" des Muskels forcieren. Da empfinde ich die derzeitige "Einteilung" bisher als passend. Die meisten Bücher die ich zu diesem Thema habe sind recht aktuell, sollte es da Neuigkeiten geben bin ich zunächst skeptisch und interessiert was man sich da einfallen lassen hat.
__________________
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  #4  
Alt 27.08.2007, 22:16
Benutzerbild von matten
Co-Madministrator
 
Registriert seit: 15.03.2006
Ort: bielefeld
Beiträge: 6.300
Standard Re: Frage zur Krafteinteilung ("Explosivkraft", "Maxkraft", etc.)

die einteilung ist vorallem eine willkürliche.

man kann sie als orientierunghilfe benutzen sollte sich aber darüber im klaren sein, daß das ganze zum einen sehr individuell verläuft und zum anderen die übergänge eher als fließend zu betrachten sind. für den normalen breitensportler sollte diese orientierungshilfe ausreichend sein.

es handelt sich halt um ein modell wie auch das bohrsches atommodell, das ich noch in der schule kennengelernt habe, ein modell ist, welches aber nicht der wirklichkeit entspricht. so wie das atommodell ist auch dieses modell nicht auf dem stand der forschungsergebnisse aus anderen relevanten wissenschaftlichen disziplinen, wie z.b. der biologie.

ob es eine neuere und zutreffendere modellvorstellung gibt weiß ich nicht. wursti liest öfters auch publikationen aus dem englischen sprachraum - vielleicht kann er dazu auskunft erteilen.

__________________

------------------------------------------------------------

"Das Leben ist ein Witz im Allgemeinen auf Kosten des Besonderen" (R.Shea u. R. Wilson)

Pincipia Discordia

Der Verein
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  #5  
Alt 27.08.2007, 23:13
Benutzerbild von Outlaw
MC-User
 
Registriert seit: 27.08.2006
Ort: Köln
Beiträge: 398
Standard Re: Frage zur Krafteinteilung ("Explosivkraft", "Maxkraft", etc.)

Ja, so ähnlich sehe ich das auch. Meiner Meinung ist der Punkt einfach, dass es in der Realität keine solchen einzelnen Kraftfähigkeiten gibt, sondern dass eben eine "menschliche Erfindung" ist, um die Angelegenheit zu kategorisieren, denn irgendwie muss man Sachen zuordnen, auch wenn es nicht möglich ist, insofern ist die Frage nach falsch oder richtig hier mMn relativ unrelevant, es geht eher um gut oder schlecht bzw. passend oder widersprüchlich. Den Begriff Kraft würde ich einfach als Einheit sehen, der alle einzelnen Kraftdisziplinen enthält, dabei aber auf die Verbindungen eingeht. Wenn man den Begriff trennt, gehen die Verbindungen natürlich flöten, was immer die Schwäche von solchen Systemen ist. Im Bereich der Trainingslehre lässt dich das mMn aber noch halbwegs verschmerzen, aber in anderen Bereichen gibt es da etwas größere Probleme, aber das ist ne ganz andere Geschichte ..
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Weiterführende Informationen:
  #6  
Alt 28.08.2007, 23:11
Wursti
Gast
 
Beiträge: n/a
Standard Re: Frage zur Krafteinteilung ("Explosivkraft", "Maxkraft", etc.)

"Zusammenfassend ist festzustellen, dass keine einheitliche Basis der Zuordnung von Belastungsintensitäten zu den verschiedenen Trainingszielen besteht."
Quelle

Es ist also auch in der Sportwissenschaft bekannt, dass die Begriffe nicht eindeutig sind und damit nicht unproblematisch sind.

Zitat:
Zitat von Wursti
Ohne eigenes Vokabular gibt es keine Abgrenzung von anderen wissenschaftlichen Disziplinen, so dass ohne ein gesondertes Vokabular die Existenzberechtigung in Gefahr gesehen werden könnte.

Für Phänomene des Sportes sind die Erklärungsmodelle die der Physiologie, Physik, Medizin o.Ä.
Leistungssport ist genaugenommen nichts anderes als die Maximierung der Fähigkeit sich oder ein Gerät durch mechanische Wirkung zu positionieren. Also ist die Wirkung mechanischer Natur, während die Ursache biologischer (physiologischer) Natur ist. Sportwissenschaft versucht sich irgendwie dazwischenzuschalten und diesen Zusammenhang zu definieren. Das ein zwischengeschaltetes Modell nur zu Verfälschungen führt, liegt natürlich auf der Hand.
Ursachen sind multifaktoriell, Wirkungen werden aber eindimensional gemessen. So kommt es zu einer oberflächlich erscheinenden Synonymisierung von Ursache und Wirkung. Diese Synonyme sind dann die sportwissenschaftlichen Begriffe wie Kraftausdauer und so wird der Laie in die Irre geführt und meint, dass nur weil man oft schlägt auch viel Kraftausdauer braucht. Kraftausdauer=Laktat=Viele Wiederholungen mit wenig Gewicht. Dann wird dann auch mal ignoriert, dass eigentlich nur die Schultern schwer werden. Am Geilsten wird das ja noch, wenn sich das ganze auf das Aussehen bezieht. Bruce Lee=schmal und BL=Kämpfer Kämpfer=Kraftausdauer also folgt logischerweise: Kraftausdauer macht einen so schmal wie Bruce Lee. Und gleich postet wieder ein Meister der Logik, dass man zum definieren (schmaler werden) viele Wiederholungen machen soll.
Das ganze geht kognitionstheoretisch durch alle Bereiche des Lebens. Beispiele sind 1Stereotypenbildung, 2äqivoke Fehlschlüsse (Logik) und 3Phobien.

1Ich wurde von einem Türken geschlagen-->Alle Türken sind schlecht-->Nazis wollten keine Fremden haben-->Nazis wollen keine Leute, die mich schlagen.

2Macht verdirbt + Wissen ist Macht = Wissen verdirbt

3Ich wurde von einem Hund gebissen--> Alle Hunde werden mich beißen

(Übereinstimmung von 1 und 3 sind nicht zufällig)
Zitat:
Zitat von Wursti
Ok, dann nehmen wir zwei Probanden:
Der eine ist mit 90% ST-Fasern ausgestattet, während der andere zu 90% FT-Fasern hat.
Der eine kann über eine Strecke weitesgehend aerob arbeiten, während der andere quasi schon beim Start übersäuert.
Beim Schwimmen ist der Kraftbeitrag der ST-Fasern größer (entsprechend hier Energiedurchgang) und das Blut muss nicht gegen die Schwerkraft hochgekämpft werden.
Jetzt lass' Mr. ST mal Vollgas schwimmen und Mr. FT Vollgas den Hügel raufsprinten.
Du kriegst vollkommen verschiedene Werte.
Rein empirisch sind diese nicht zu erfassen. Der Emprismus hat sehr enge Grenzen bei der Produktion von Wissen. Welches dann auch nur ein Konstrukt ist. [Hier beziehe ich mich auf Zahlenwerte bei den einzelnen Energiepfraden der Energiebereitstellung]

Terminologie:
Beispiel:
Allgemeine Definition 1:
Schnellkraft wird als Fähigkeit des neuromuskulären Systems definiert, in der zur Verfügung stehenden Zeit einen möglichst großen Impuls zu erzeugen.

Ein Spezialfall der Schnellkraft: Die zur Verfügung stehende Zeit ist unendlich. Der Widerstand gegen den Impuls erzeugt werden soll ist das 1RM.

Laut dieser Definition ist die Maximalkraft ein Spezialfall der Schnellkraft.
Trotzdem gilt die Maximalkraft als Basisfähigkeit.
Soweit ein paar theoretische Happen.

Die englische Terminologie ist da sehr viel eleganter. Sie benutzt fast immer Begriffe, die an biologischen Strukturen oder an mechanischen Größen festgemacht werden.
Z.B. von Knuttgen und Krauer
"Strength is the maximal amount of force a muscle group can generate in a specific movement pattern at a specified velocity of movement."
Hier wird Kraft in Relation zur Muskelgruppe, Bewegungsmuster und Bewegungsgeschindigkeit gesetzt.

Alternativkonzepte sind vielleicht noch in anderen Sprachen zu finden.

Verchoshankskij schlägt folgendes Konzept vor:
Zitat:
Zitat von Prof. Verkhoshansky
1. What is “strength speed” and “speed strength”? What is “strength endurance”?

I think is better to use more concrete parameter for the training effect names.

Maximal strength (Po) - characterizes the greatest magnitude of effort which the athlete can display when there is unlimited time. Maximal strength is most need when the movement is executed with great external resistance. This determines how great the maximum working effort will be / Fmax /.

High-speed strength (Fv) - is displayed in high-speed movements involving small external resistance.

Explosive strength - is characterizes by the athlete’s ability to display powerful efforts in the shortest amount of time. Explosive strength is determined by the relation of Fmax / tmax.

Starting strength - characterizes the ability of athlete to produce rapid increase in external force at the beginning of the muscle tension produced by muscles. It is measured by the tangent to the curve F /t.

Reactive ability - characterizes the specific quality of nervous-muscle system to display a powerful explosive effort immediately after sharp mechanical stretching of muscles by an external force. This regime is characterized by the fast switching of the muscles from eccentric work to concentric producing a maximal dynamic load at this moment. An example of this would be the take-off in jumping.

Local muscular endurance - is a characterized by the ability of separate groups of muscles and physiological systems of the body to ensured the motor activity while displaying the necessary level of efforts for e long period of time and with no decrease in their working effect.

Maximal anaerobic power - is the ability of the body to effectively execute the short-term (10-15 sec) work at maximum (utmost) capacity in cyclic or repeated regimes.
Quelle
Wobei ich hier den Standpunkt vertrete, dass man die sportmotorische Fähigkeit "Startkraft" nicht von der Explosivkraft trennen kann und beide somit auf eine einzige zusammenfallen. Jetzt kann ich das allerdings nicht mit zuverlässiger Quelle belegen. Entsprechender Diskurs ist irgendwo in meinen Unterlagen verschwunden.

Ich selber versuche mir ein Alternativkonzept für mein Werk zu erarbeiten, dass ohne eine Zwischenschaltung von Begriffen zwischen Mechanik und Physiologie auskommt.

Gruß
Wursti
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