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#1
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| Hallo zusammen Ich bin bei folgendem Problem ratlos und brauche Unterstützung: Ich betreue einen Snowboardcross-Leistungssportler, der chronischen Muskelkater in den Beinen entwickelt. Er wurde bereits von einigen Ärzten (SwissOlympic) durchgecheckt und sie haben nichts herausgefunden. Er hat sowohl nach dem Schneetraining wie auch nach dem Konditionstraining immer wieder starken Muskelkater. Abgesehen von den üblichen Empfehlungen bei Muskelkater (Mehr Schlaf, PWN, Regeneratiosnmassnahmen wie auslaufen/Massage/Wechseldusche, Kalium und Glutamin supplementieren) bin ich aber ziemlich ratlos und habe noch nie etwas ähnliches gehört. Hat jemand ähnliche Erfahrungen oder kennt jemanden, der ähnliches berichtet und was dagegen unternommen wurde? Danke für Tipps.
__________________ mein Log:http://www.muscle-corps.de/forum/f76...tml#post111311 |
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#2
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| Ich habe das gleiche Problem, habe IMMER mehr oder weniger höllischen Muskelkater, ich denke damit muss er einfach leben, ich mach es jedenfalls... Gruß Eisi |
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#3
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| ich denke man sollte knapp unter der muskelkaterschwelle (bzw nur leichten mk provozieren) trainieren. nach und nach kann man das pensum dann wieder steigern. bei mir war's genauso. der starke muskelkater ist kontraproduktiv und behindert die regeneration. in so einem fall erreicht man mehr mit weniger training.
__________________ *.....*.....*.....*.....*.....*.....* WAS MAN NICHT ÄNDERT MUSS MAN ERTRAGEN |
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#4
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| Wenn mehrere Ärzte etwas checken und keiner etwas findet, kommen mir zwei zunächst drei Fragen in den Sinn: a: ist es wirklich Muskelkater? Habe die Ärzte andere mögliche Ursachen der Schmerzen ausgeschlossen? Suchen die Ärzte möglicherweise an der falschen Stelle? b: Könnte es einen psychischen Auslöser geben? Angst / Stress (vor dem Wettkampf was im Leistungssport ja nicht selten ist) oder etwas privates? c: zuletzt: hat er denn die Ratschläge, die du genannt hast, auch angenommen und ausprobiert? Vielleicht ist es wirklich ein Regenarationsproblem, das nicht genügend ernst genommen wird?
__________________ hier geht's zum log... |
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#5
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| Manche Leute bekommen einfach sehr schnell Muskelkater, also auch schon dann, wenn andere Sportler mit vergleichbarem Trainingszustand auf denselben Reiz noch nicht mit Kater reagieren. Erklärung ist meist, dass die mechanischen Schäden durch die Trainingsbelastung ärger/stärker/anders sei als bei Ottonormalsportler ("high responder"... wo hab ich das nur gelesen?! War irgendein Paper). Zwei Optionen: Wie Eisi das Ganze einfach ignorieren und drauftrainieren. Oder aber Intensität senken (Bewegungstempo, Last, Pausenlänge), dann Umfang (Anzahl Wdh.), dann auch u.U. sogar die Trainingshäufigkeit reduzieren und eben sehen, wo der Kater verschwindet. Von hier sehr langsam wieder steigern, in umgekehrter Reihenfolge.
__________________ Ich bin für den Sport, weil und solange er riskant (ungesund), unkultiviert (nicht gesellschaftsfähig) und Selbstzweck ist. (Bert Brecht) |
| Weiterführende Informationen: |
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#6
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| vermutlich gehört er zu den athleten deren morphologische strukturen eine geringe widerstandsfähigkeit aufweisen. die folge ist das im vergleich zu athleten mit robusteren strukturen bereits durch vergleichsweise geringe trainingsreize übermäßig viele mikrotraumen entstehen--> muskelkater. wie stark reagiert er denn auf hypertrophie-reize? typisch für diesen athleten ist eigentlich, dass sie bereits anfangen zu wachsen wenn sie die hantel nur anschauen... in der regel sind das dann diejenigen, die gut für bb geeignet sind. wird wie in diesem fall KT jedoch "nur" als zubringer eingesetzt kann das natürlich den komplexen trainingsprozess behindern, da nie ein inhalt "frisch" angegangen werden kann. ich würde Kecks vorschlag befolgen und ersteinmal ausloten wie er auf welche umfänge reagiert. vermutlich musst du bei ihm die messlatte bzgl. "hohe" und "geringe" trainingsbelastung weit nach unten korrigieren. das heißt natürlich auch das man bei ihm mit im verhältnis weniger, verhältnismäßig mehr erfolge einfährt. du schreibst er ist leistungssportler, vielleicht habt ihr die möglichkeit das ganze sportmedizinisch begleiten zu lassen und evtl. über die regelmäßige entnahme von Blutmarkern wie CK zu steuern. wenn nicht bleibt nur das ausprobieren. kommt man allerdings dahinter wie er reagiert, kann man sich das natürlich schön zu nutze machen und die energien entsprechend ökonomischer auf die trainingsinhalte verteilen. von der trainingsplanung bietet es sich bei solchen sportlern immer besonders an allgemeines krafttraining und spezielle inhalte zu trennen. vor allem in aufbauphasen mit hohen belastungen. das setzt natürlich eine gewisse akzentuierung der inhalte und einen entsprechenden abstand zu den weltcups/WKs voraus. man könnte auch mit kleinen blockbildungen innerhalb eines mikrozyklusses arbeiten. eine weitere möglichkeit wäre mit exzentrischem training zu arbeiten um die "robustheit" zu erhöhen. damit wäre ich aber verdammt vorsichtig und es sollte beim ersten einsatz auf jeden fall ein weiter abstand zur WK-Saison eingehalten werden. naja, vielleicht ist ja die ein oder andere anregung dabei. berichte mal wie sichs entwickelt. Gruß
__________________ "Train as heavy as possible, as often as possible, while staying as fresh as possible.“ V.M. Zatsiorsky "Man muss das Unmögliche versuchen, um das Mögliche zu erreichen." Hermann Hesse Solos = Aus Kupfer bestehendes Wurfgerät des antiken Fünfkampfes. Gilt als Ursprungsform des Diskos, dem Vorläufer des heutigen Diskus. |
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#7
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| Sehr interessantes Thema mit der Ernährung. Werde mal in meinen Büchern von Frans van den Berg etwas nachforschen, aber soweit ich weiß hat er dazu noch nicht viel geschrieben. Zum eigentlichen Thema Ich hätte auch ein paar mögliche Theorien parat 1. Ungleichgewicht gelenkstabilisierender und globaler Muskulatur 2. zu hoher Tonus im ganzen Muskelsystem (evtl Folge von 1) 3. erhöhte sympathische Aktivität durch verschiedene Ursachen (externe Faktoren, wie vermehrt Stress aller Art, oder Probleme in der BWS) 4. mangelhafte Kontrolle von exzentrischen Bewegungen (auch bei Tendopathien oft ein Problem; Stanish et at., 1986) 5. gestörte Trophikbedingungen durch schlechte Neuromobilität oder Durchblutungsstörungen |
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#8
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__________________ Wenn mich die Mehrzahl für nicht normal hält, dann mache ich alles richtig. de-fortis Livespill Reha/Prävention fortis Kolumne MC-Leitfaden MC auf Facebook |
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#9
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| Besten Dank für eure zahlreichen Antworten! ![]() @Andi, kannst du deine Inputs noch ein wenig ausführen, wie diese zu chronischem Muskelkater führen ist mir nicht zu 100% klar. Die Situation ist so: Athleten des Kaders trainieren Kraft- und Kondi dezentral, teilweise mit Plänen vom Verband, teilweise mit Plänen von lokalen Coaches. Ich, oder jemand von meinem Team, sehe den Athleten im besten Fall alle 2 Wochen, ich kenne den Athleten deswegen nur begrenzt. Ich werde die Inputs auswerten und seinem Coach weiterleiten. Das Thema ist spannend und ihr habt mir definitiv einige wichtige neue Inputs gegeben! Merci!
__________________ mein Log:http://www.muscle-corps.de/forum/f76...tml#post111311 |
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