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politische Einstellung

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Umfrageergebnis anzeigen: Als was bezeichnet ihr eure politische Ansicht?
konservativ 0 0%
rechte Mitte 1 7,69%
liberal (wirtschaftlich und gesellschaftlich) 4 30,77%
Mitte/links bzw. gemäßigt links 1 7,69%
linksliberal 5 38,46%
grün 1 7,69%
links 1 7,69%
Teilnehmer: 13. Sie dürfen bei dieser Umfrage nicht abstimmen

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  #1  
Alt 03.09.2008, 23:20
Benutzerbild von Outlaw
MC-User
 
Registriert seit: 27.08.2006
Ort: Köln
Beiträge: 398
Standard politische Einstellung

Es gab zwar schon mal ein vergleichbares Thema, aber in der Zeit hat sich die Userstruktur zT verändert, außerdem wollte ich eine Umfrage starten, weshalb ich dieses Thema eröffnet habe.

Bei einer Umfrage mit vorgegeben Antworten ist es natürlich gerade in diesem Bereich schwer, es jedem User Recht zu machen, da die Abgrenzungen zwischen den einzelnen Begriffen recht schwammig sind und auch die Defintionen überhaupt nicht einheitlich sind. Insofern habe ich mich dafür entschieden, möglichst viele Auswahlmöglichkeiten zu geben, wobei das natürlich auch immer eine gewisse Streuung zur Folge hat, aber naja....

Für mich ist zB immer das Wort "konservativ" ein Problem, da der Begriff des Konservatismus allein von der Wortbedeutung auch bestimmte Inhalte wie Kulturkonservatismus, Skepsis gegen Technik und Nachhaltigkeit in Umweltfragen impliziert, die aber sicherlich nicht im Programm der sich als konservativ bezeichnenden Parteien stehen und eher von linken Parteien vertreten werde. Zudem erlebt der Begriff eine stetige Wandlung, da der gerade angesprochene Fortschrittsgedanke in der wisschenschaftlichen Forschung früher zB eher von den (eher linken) Parteien vertreten würde, die heute dieser kritsch gegenüber stehen. Genauso sind viele konservative Parteien heutzutage wirtschaftlich recht liberal, wobei damals ein Liberalismus von der konservativen Strömung gänzlich abgelehnt wurde, selbst wenn es dabei mehr um gesellschaftspolitische Fragen geht.

Insofern überschneidet sich "konservativ" wohl mit dem "rechte Mitte", wobei letzteres sich meiner Meinung nach zB zur Beschreibung der CDU/CSU besser eignet. Ein anderes Beispiel ist "linksliberal", was sicherlich mit "grün" einige Überschneidungen enthält, sodass ich die beiden Punkte fast zu einem kombiniert hätte.
Wer mit dem Unterschied zwischen "linksliberal" und "Mitte/links bzw. gemäßigt links" ein Problem hat: Ersteres ist für mich eine Strömung, die grundlegendere Änderungen vornehmen will, gesellschaftspolitisch besonders liberale Werte betont, allgemein auch die Freiheit des Individuums als höchsten oder hohen Wert ansieht, aber dieses Ziel nicht durch wirtschaftliche Freiheit als erreichbar denkt. Mit letzterem begriff ist da eher die klassische SPD-Politik gemeint.
Mit "links" ist übrigens nicht linksextrem gemeint, sodass es als nichts Abwertendes verstanden werden sollte, was jedoch noch immer sehr häufig geschieht.

So, lange Vorrede, ich wollte nur Missverständnisse im Voraus klären, wer aber Lust hat, über sonst was in dem Thread zu diskutieren, kann dies natürlich gerne tun .
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  #2  
Alt 04.09.2008, 00:06
Kilghard
Gast
 
Beiträge: n/a
Standard AW: politische Einstellung

Politik ist IMMER für Kontroversen gut, insofern halte ich mich bis auf's Wählen größtenteils raus (bin nicht aktiv in einer Partei).
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  #3  
Alt 04.09.2008, 00:52
Benutzerbild von matten
Co-Madministrator
 
Registriert seit: 15.03.2006
Ort: bielefeld
Beiträge: 6.313
Standard AW: politische Einstellung

du hast die probleme mit der einordnung ganz gut beschrieben und selbst wenn ich mich an die von dir verwendeten kategorien und verwendungsarten der begriffe halte habe ich schwierigkeiten mich nicht zwischen mehreren dieser richtungen einzuordnen.

ich geselle mich mal zu den linksliberalen, wobei der begriff links jedoch in meinem fall unterstrichen wird, um deutlich zu machen, daß mir neo- bzw. wirtschaftliberale tendenzen eher fern liegen und ich bezüglich dieser themenkreise eher in die kategorie "links" reinfalle. hinzu kommt auch noch eine gehörige portion skepsis gegenüber einigen erscheinungen von dem was man allgemein als fotschritt bezeichnet, also kuturkonservative tendenzen.
wichtig wäre mir noch eine deutlich antifaschistische und antirassistische einstellung zu nennen, um mich angemessen einordnen zu können.

leider stehe ich vor jeder wahl vor dem problem, daß meine politischen meinungen, überzeugungen und vorstellungen von keiner partei angemessen vertreten werden. deswegen muß ich mich dann jedesmal neu entscheiden wo ich welches kreuz mache.

edit: was in der aufzählung noch fehlt ist die nennung des anarchismus - obwohl man diesen auch als linksliberale spielart einordnen könnte.
__________________

------------------------------------------------------------

"Das Leben ist ein Witz im Allgemeinen auf Kosten des Besonderen" (R.Shea u. R. Wilson)

Pincipia Discordia

Der Verein

Geändert von matten (04.09.2008 um 02:27 Uhr).
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  #4  
Alt 04.09.2008, 01:30
Benutzerbild von ishina
MC-Veteran
 
Registriert seit: 23.09.2007
Ort: Freistadt/OÖ/AUT
Beiträge: 5.024
ishina eine Nachricht über ICQ schicken
Standard AW: politische Einstellung

Zitat:
Zitat von matten Beitrag anzeigen
leider stehe ich vor jeder wahl vor dem problem, daß meine politischen meinungen, überzeugungen und vorstellungen von keiner partei angemessen vertreten werden. deswegen muß ich mich dann jedesmal neu entscheiden wo ich welches kreuz mache.
Du beschreibst eine große Problematik. Wenngleich ich mich stellenweise von manchen Parteien gut vertreten fühle, sind diese doch auf anderen Gebieten wieder so weit von dem entfernt, was ich für angemessen und richtig halte, dass sie nicht wählbar werden. Da sich dieses Muster auf alle Parteien erstreckt, ist die Wahl meist ein Abwägen des kleinsten Übels - was sehr traurig ist.

Darüber hinaus erfüllen Politiker ihre Wahlversprechen meist nicht und geben somit seltenst einen realitischen Ausblick darüber, was sie als regierende Partei realisieren würden.

Politisch sehe ich mich im konservativen Lager und würde mich eher mitte rechts einordnen. Ich habe keine persönlichen Aversionen gegen Menschen anderer Nationalität und Rasse, jedoch eine bestimmte Aversion gegen integrationsunwillige Menschen, deren Verhalten sich contra der Gesellschaft äußert. Allerdings vertritt keine Partei eine Ansicht, die nicht schwarz-weiß gehalten wird. Die rechten Parteien wollen Zuwanderer deportieren, die linken Parteien sind mir zu nonrestriktiv in ihren Zuwanderungsrichtlinien. Das Thema ist kompliziert und eine gute Regelung ist hier nicht zu finden, weil zu individuell.

Von daher sehe ich womöglich davon ab, der nächsten Wahl beizuwohnen oder wähle ungültig.
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  #5  
Alt 04.09.2008, 12:08
Wursti
Gast
 
Beiträge: n/a
Standard AW: politische Einstellung

Eine politische Einstellung habe ich nicht, denn für mich gibt es keine reines politisches System mehr. Meine Einstellung zu der ganzen "Obrigkeitsgeschichte" nenne ich daher polito-ökonomisch.
Diese ist verhältnismäßig radikal, aber weder links noch rechts anzusiedeln. Ich nenne sie radikal, wegen der lateinischen Herkunft des Wortes: Radix = die Wurzel. Der tiefste Ansatz der Funktionsweise unseres polito-ökonomischen Systems ist für mich schon ziemlich mies, weswegen ich auch tiefgreifende Veränderungen begrüßen würde.
Das würden Sachen wie:
- Ein bestimmtes Konzept von Bürgergeld
- Wesentlich härtere Strafen für alle Verbrechen, die auf die physiologische oder geistige Körperschaft anderer Menschen abzielen.
- Eine wesentliche Verschiebung des Fokus auf das Bildungs- und Wissenschaftssystem
- In vielen Bereichen menschliche Entscheidungsvarianzen ausschalten (z.B. im Rechtssystem)
- Wesentlich härtere Regelungen für Arbeitsunwillige (nicht Arbeitslose oder Ähnliches).
- Wesentliche Änderungen des Einflussbereiches und der Rechte des Wirtschaftssystems.

Auf Details werde ich hier eher nicht eingehen. Viel Zündstoff = mir zu viel Stress.
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Weiterführende Informationen:
  #6  
Alt 04.09.2008, 17:45
Benutzerbild von Outlaw
MC-User
 
Registriert seit: 27.08.2006
Ort: Köln
Beiträge: 398
Standard AW: politische Einstellung

Selbst wenn du keine Diskussion starten willst, Wursti, find ich da doch was unschlüssig in deiner Aufzählung: Einige deiner Punkte scheinen für mich gerade "antiradikal", in dem Sinne, den du meinst und wie ich den Begriff auch verstehe: zB härtere Strafen ist mMn ein plattes Draufhauen auf die Oberfläche und hat mit "Wurzel" wohl wenig zu tun. Dies wäre eher der Fall, wenn man die Probleme an sich behandeln will, was zB auf eine Veränderung der Denkweise beruhen könnte. Das heißt, man die "Täter" müssen überzeugt werden und nicht durch Zwang von etwas abgehalten werden. Das ist für mich dasselbe wie im Sport: Wenn man Schmerzen hat, ist es ratsam den Ursprung des Problems zu finden und mit gezielten Übungen oder bestimmten Methoden dieses zu beheben, anstatt den Schmerz mit Medikamenten zu veschleiern...
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  #7  
Alt 04.09.2008, 18:30
Wursti
Gast
 
Beiträge: n/a
Standard AW: politische Einstellung

Ich habe auch nicht geschrieben, dass mit Radikalität ein Angehen der Ursachen sei, sondern eine Veränderung am Fundament verschiedener Systeme und Teilsysteme unserer Gesellschaft.
Dein Ansatz wäre ein etwas besserer Versuch das umzusetzen, was bisher schlecht umgesetzt wird. Bei Fehlverhalten eine erzieherische Maßnahme um die Ursache (bereits gelernte Konzepte) auszumerzen.

Das ist für mich kein Thema. Jemand, der sich entschließt mit Drogen zu handeln und 14jährigen Heroin verkauft, hat für mich eine Entscheidung getroffen. Dann interessiert mich nicht, wie die entwicklungspsychologische Historie funktioniert (in seinem Fall, im Falle präventiver Maßnahmen natürlich sehr). Wie man in der Bundeswehr so schön sagt:
Das Verhalten muss abgestellt werden.
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  #8  
Alt 04.09.2008, 20:38
Benutzerbild von Outlaw
MC-User
 
Registriert seit: 27.08.2006
Ort: Köln
Beiträge: 398
Standard AW: politische Einstellung

Hm okay, dann haben wohl eine unterschiedliche Definition von Fundament oder Wurzel in Bezug auf dieses Thema, weil das für mich genau Ursprung bedeutet ...

@matten: Ja, verstehe ich, aber da man den Begriff linksliberal sowieso sehr weit deuten kann, bzw. der Begriff an sich schon umstritten ist (wobei ich ihn als sinnvoll erachte), geht deine Einordnung schon klar. Bei mir sieht die ganze Geschichte recht ähnlich aus, ich finde jedoch, dass die in der Gesellschaft doch vorherschende kapitalistische Denkweise (die ich über alle Maße hinweg verabscheue) ein zentrales Problem darstellt und es gerade deswegen so schwer ist alles von der Politik her zu beheben. Am ehesten sehe ich meine Einstellungen noch von den Grünen repräsentiert. Schlimm finde ich die beiden Volksparteien, da beide die von mir eben gennante Oberflächenbehandlungsmethode massiv einsetzen und viel formalistische Bürokratie bzw. zu komplexe rechtliche Abläufe bewirken. Das Problem an den Grünen ist mMn jedoch wiederum, dass sie immernoch dieses Öko-Image haben und viele sie nur wegen ihren ökologischen Forderungen wählen, in anderen politische Bereichen wird ihnen kaum Beachtung geschenkt, wobei sie da doch (wie ich finde) ganz brauchbare Ansätze zeigen.
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  #9  
Alt 05.09.2008, 19:08
MC-User
 
Registriert seit: 25.08.2006
Beiträge: 813
Standard AW: politische Einstellung

Vom Wortbegriff her habe ich Linksliberal gewählt.
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