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Zen

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  #1  
Alt 20.10.2009, 20:55
Benutzerbild von Eisenfresser
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Standard Zen

Zitat:
Zitat von ishina Beitrag anzeigen
@Eisi: Erzählst du ein wenig mehr zum Zen? Ein neuer Thread würde sich dafür aber eher eignen.

Liebe Grüße
Simon
Ich bin alles andere als ein guter Ansprechpartner zu diesem Thema, da selber noch Suchender,
zumal ich mich eher am praktischen ZEN orientiere und nur die für mich wichtigen Punkte herausfiltere,
aber vielleicht kann ich zumindest ein paar interessante Gedanken-Fetzen in den Raum schmeissen...

Ich dachte aber, da du Aikido betreibst, hast du dich schon mit ZEN beschäftigt, hängt ja oft zusammen...
Die Aikido-Dojos in Berlin jedenfalls sind untrennbar mit dem ZEN verbunden...
Dort wird in der Regel immer zusätzlich zum Aikido-Training auch ZEN bzw. Meditation und ZEN angeboten...

Wenn ich nicht im Schichtdienst arbeiten würde und die besagten Dojos zu weit weg lägen,
wäre das der Kernpunkt meines Lebens!!!

Aber man kann eben nicht ALLES haben...


O.k. ... jetzt mal ein paar Zeilen zum (praktischen) ZEN...

Zitat:
„Mach dich einfach innerlich leer und bring dich in Übereinstimmung mit dem Äusseren. Dann wirst du auch im hektischen Treiben der Welt in Frieden sein.“
Zitat:
"Nicht erst zu suchen brauchst du die Wahrheit, dein Denken lass schweigen-darauf kommt es an!!!"
In Japan ist die Rinzai-Schule - neben dem Sôtô-Zen - eine der beiden Zen-Linien, die heute noch lebendig sind.

Im Rinzai-ZEN wird oft mit Koans (ZEN-Sinnsprüchen) gearbeitet...

Im Soto-Zen, das Zen des einfachen Menschen
(früher das ZEN der Bauern bzw. der anderen armen Bevölkerungsschichten),
wird in der Regel einfach nur gesessen, Za-ZEN praktiziert...also Meditation...


Ich persönlich habe im praktischen ZEN von Charlotte Joko Beck meine Richtung gefunden...welcher sich am Soto-Zen orientiert...


Wenn ich es auf einen Satz reduzieren müßte...

Zitat:
"Sei selbstkritisch, offen und ehrlich zu dir selbst (auch wenn es manchmal weh tut),
arbeite an deinem Denken, katalogisiere deine Gedanken,
versuche an unwichtigen bzw. unproduktiven Gedanken nicht lange festzuhalten,
laß sie schnell vorüberziehen, ohne große Wertung, versuche ein Beobachter deines Lebens zu werden..."
Das hört sich alles sehr abstrakt an...jedenfalls war es das für mich...am Anfang...

Ich habe lange Zeit gebraucht, viel Literatur darüber verschlungen,
bis ich endlich bei Charlotte etwas Licht der Erkenntnis durch den Nebel der Unwissenheit blitzen sah...

NEBEL, für mich eh die beste Metapher in diesem Zusammenhang...

Ich fühle mich wie jemand der im Nebel wandelt und ab und zu (leider (noch) viel zu selten)
etwas Licht durch den Nebel schimmern sieht
und erkennt wie die wahre Welt, außerhalb des Nebels, um mich herum, in Wahrheit aussieht...



@Simon
Ich weiß nicht wie du so gestrickt bist, selbstkritisch scheinst du zu sein,
ein wichtiger Punkt...die Grundlage...

Ich kann dir nur die Bücher von Charlotte Joko Beck ans Herz legen,
ich habe alle Bücher mehrmals gelesen,bevor mir ein Licht aufging,
ist vielleicht nicht jedermanns Sache...


Wenn ich ZEN in so einfache Wort wie möglich kleiden wollen würde...

Zitat:
"Lebe einfach, laß egomanische Gedanken schnell vorüberziehen, nimm sie wahr,
klammer dich aber nicht an sie, lebe, ohne alles zu hinterfragen, nimm das Leben einfach an,
so wie es ist, mit allen Höhen und Tiefen, Glück und Unglück, Schmerz, Trauer,
eben mit Allem, komplett, sei Beobachter deines Lebens, sei frei..."
...das wäre der Ideal-Zustand...ich bin davon sehr sehr weit entfernt, werde diesen sicher nie erreichen,
aber ich merke das ich vorankomme und mich weiter entwickle...






Lieben Gruß...

Eisi
__________________
"Nichts ist so wichtig, dass sich dafür eine Beeinträchtigung meines Wohlbefindens lohnen würde."

Geändert von Eisenfresser (20.10.2009 um 21:01 Uhr).
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  #2  
Alt 21.10.2009, 07:25
Kilghard
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Standard AW: Zen

Zitat:
werde diesen sicher nie erreichen,
Das ist einer der Gedanken, die Dich daran hindern.
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  #3  
Alt 21.10.2009, 08:24
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Standard AW: Zen

Sehr schönes Thema.

Ich bin lange den Weg des Karate gegangen und bis vor einem Jahr den Weg des Schwertes Kendo.
Hier war die Meditation ebenfalls ein (leider zu kurzer) Bestandteil vor und nach dem Training.
Unser Gasttrainer ist Japaner und hat diese unglaubliche Ausstrahlung von Mr. Myiagi.

Und die besten "Resultate" im Kampf hatte ich immer dann wenn ich leer war...fast schon schläfrig...nicht mein Bewustsein sondern......ich weiß auch nicht.
Ich kann mir vorstellen das untern unseren Wettkämpfern (Marty?) etwas ähnliches passiert vor dem Versuch, ein inneres Abschließen nach außen?
Unbewusste Meditation sozusagen.

Kilghard hat sehr schön auf einen Punkt gebracht.
Sich keine Gedanken um seine Gedanken machen.

Der andere Punkt, so traurig wie es sich anhört, ist sich die Kunst mal zehn Minuten seines Leben zu nehmen und loszulassen.
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  #4  
Alt 21.10.2009, 09:36
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Standard AW: Zen

danke für die Ausführungen, Eisi!

Meditation ist für mich im Moment auch ein großes Thema und damit natürlich Za-Zen und auch allg. Zen als Richtung.

Was mich an deinem Text irritiert ist folgender Satz:

Zitat:
versuche an unwichtigen bzw. unproduktiven Gedanken nicht lange festzuhalten
Das erste, was ich über Meditation gelernt habe, war, die Gedanken eben NICHT zu bewerten in wichtig oder unwichtig, produktiv oder unproduktiv, gut oder schlecht. Für mich auch eine wesentliche Grundlage der Meditation, da ich ein Mensch bin, der sehr dazu neigt, zu kategorisieren und zu bewerten, rein aus Unsicherheit heraus.

Die empfohlenen Bücher werd ich mir gerne mal anschauen!

Was mich selbst zum Meditieren gebracht hat, waren die Bücher von Jon Kabat-Zinn ("[Link nur für registrierte und freigeschaltete Mitglieder sichtbar. ]" als erstes, und momentan lese ich "[Link nur für registrierte und freigeschaltete Mitglieder sichtbar. ]" in der Hoffnung, dass mir die Achtsamkeitspraxis bei der Stressbewältigung helfen wird)

Meditierst Du täglich, Eisi? Und wie lange jeweils?
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It's a great thing when you realize you still have the ability to surprise yourself. Makes you wonder what else you can do that you've forgotten about. (Lester Burnham, American Beauty)
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  #5  
Alt 21.10.2009, 09:55
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Zitat:
Zitat von Kilghard Beitrag anzeigen
Das ist einer der Gedanken, die Dich daran hindern.
Nein nicht unbedingt, weil diese Aussage ohne Wertung für mich ist,
der Weg ist das Ziel, ich bin absolut zufrieden, da wo ich jetzt bin...

Des Weiteren war diese Aussage schon eher eine realistische Feststellung,
man darf nicht vergessen, dass es ein deutlicher Unterschied ist, wo man lebt,
in der kargen japanischen Bergregion, in einem kleine Bergdorf, fällt es leichter sich auf`s Wesentliche zu konzentrieren...




Gruß Eisi
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Weiterführende Informationen:
  #6  
Alt 21.10.2009, 10:31
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Standard AW: Zen

Zitat:
Zitat von hidden_dragon Beitrag anzeigen
Was mich an deinem Text irritiert ist folgender Satz:

Zitat:
versuche an unwichtigen bzw. unproduktiven Gedanken nicht lange festzuhalten
Das erste, was ich über Meditation gelernt habe, war, die Gedanken eben NICHT zu bewerten in wichtig oder unwichtig, produktiv oder unproduktiv, gut oder schlecht. Für mich auch eine wesentliche Grundlage der Meditation, da ich ein Mensch bin, der sehr dazu neigt, zu kategorisieren und zu bewerten, rein aus Unsicherheit heraus.
Naja, ich denke da gibt es versch. Wege...

Charlotte unterscheidet ganz klar in notwendige/produktive Gedanken und in unproduktive Gedanken...

Bsp.: Du planst eine Familienfeier und hast somit viele Dinge in deinem Kopf, Einladungen, Essen etc.
Diese Gedanken sind produktive Gedanken, sich dagegen zu wehren wäre unklug und kontraproduktiv...
Gleiches gilt z.B. wenn du etwas kochst, Essen zubereitest, mit Hilfe eines Kochbuches,
da sind produktive Gedanken einfach wichtig, ohne die wirst du kaum ein schmackhaftes Essen auf den Tisch zaubern...

In diesem Zusammenhang sei auch erwähnt,
dass es auch ganz wichtig ist IMMER zu vesuchen Eins zu sein mit dem was man gerade macht,
sich zu konzentrieren auf das was man macht, nicht mit den Gedanken schon bei etwas anderem zu sein,
was bei den meißten Menschen der Fall ist...


...unproduktive Gedanken sind dahingegen die Emotionen/Gedanken die sich um das eigene Ego ranken...
Bsp.: "...ich habe von einer Kollegin gehört, was eine andere Kollegin über mich gesagt hat, herabwürdigende Aussagen,
ich bin wütend, ich hasse das, mich frisst diese Wut fast auf, ich möchte was unternehmen, um mich zu revangieren..."



Zitat:
Meditierst Du täglich, Eisi? Und wie lange jeweils?
...hört sich jetzt vielleicht blöd an, aber ich meditiere gar nicht mehr, habe ich nur kurz...

Ich persönlich bin der Meinung, dass die Meditation wichtig ist um Ruhe ins Leben zu bringen,
einfach mal von der Autobahn des Lebens auf die Standspur und anhalten...

Die meißten Menschen in unserer zivilisierten Welt leben auf der Überholspur,
sie rennen förmlich durchs Leben...

Deswegen ist Meditation ein hilfreiches Mittel, da man gezwungen wird die Geschwindigkeit des Lebens,
die Hektik, rauszunehmen, geht ja auch nicht anders...

Die Gedanken prallen dann zwar erstmal wie Meteoritenschwärme auf einen herein,
es ist zu Anfang schwer da einfach ruhig zu sitzen, aber genau darauf kommt es an!!!


Ich persönlich habe viele Phasen/Momente, wo ich stehenbleibe, Geschwindikgeit rausnehme,
das sind die unterschiedlichsten Momente, die ich als solche erkenne und nutze...

In diesen Phasen arbeite ich dann mit meinem Geist, meiner Gedankenwelt,
konzentriere mich, spüre meinen Atem, ordne, katalogisiere meine Gedanken...

Charlotte sagt/schreibt, dass gerade die stressigsten Momente das beste Feld zum üben sind,
in Zeiten wo einen der Stress fast auffrisst, die Geschwindigkeit rausnehmen
und sich konzentreren...






Was ich gestern noch vergaß...

Völlige Gedankenlosigkeit bzw. das Vorbeiziehenlassen der Gedanken (ohne Wertung)
wäre das Ideal, ERLEUCHTUNG!!!

Erleuchtung ist somit nicht ETWAS, sondern das Fehlen von ETWAS!!!







Gruß Eisi
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  #7  
Alt 21.10.2009, 13:05
Kilghard
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Standard AW: Zen

Zitat:
Nein nicht unbedingt, weil diese Aussage ohne Wertung für mich ist,
der Weg ist das Ziel, ich bin absolut zufrieden, da wo ich jetzt bin...

Des Weiteren war diese Aussage schon eher eine realistische Feststellung,
man darf nicht vergessen, dass es ein deutlicher Unterschied ist, wo man lebt,
in der kargen japanischen Bergregion, in einem kleine Bergdorf, fällt es leichter sich auf`s Wesentliche zu konzentrieren...
Nun, ich möchte Harmonie, aber gleichzeitig sehe ich den Widerspruch in Deiner Aussage.

Eine Aussage ohne Wertung ist nicht möglich. Noch mehr, wenn Du absolut zufrieden bist, wo Du jetzt bist, hast Du ZEN erreicht. Also hast Du entweder ZEN erreicht oder bist Dir selbst gegenüber nicht ehrlich.

Die Unsicherheit in Deinem Text ("eher" z.B.) zeugt davon, daß Du unter Umständen doch wesentlich weiter kommen wirst, als Du Dir im Moment zutraust.

So machst Du es z.B. auch im Training. Du baust auf Deine bisherigen Leistungen auf und kannst mehr Gewichte stemmen. Du erweiterst "Grenzen". Und so kann es Dir auch mit ZEN gehen, wenn DU es zulässt. Das ist wohl ein sehr wichtiger Punkt, wenn nicht der wichtigste: DU läßt es zu.

Und das japanische Bergdorf ist nur für den Anfänger wichtig. Wenn Du weiter voranschreitest, kannst Du auch inmitten des Chaos die Ruhe bewahren ("Auge des Sturms").
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  #8  
Alt 21.10.2009, 18:34
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Zitat:
Zitat von Kilghard Beitrag anzeigen
Nun, ich möchte Harmonie, aber gleichzeitig sehe ich den Widerspruch in Deiner Aussage.

Eine Aussage ohne Wertung ist nicht möglich. Noch mehr, wenn Du absolut zufrieden bist, wo Du jetzt bist, hast Du ZEN erreicht. Also hast Du entweder ZEN erreicht oder bist Dir selbst gegenüber nicht ehrlich.

Die Unsicherheit in Deinem Text ("eher" z.B.) zeugt davon, daß Du unter Umständen doch wesentlich weiter kommen wirst, als Du Dir im Moment zutraust.

So machst Du es z.B. auch im Training. Du baust auf Deine bisherigen Leistungen auf und kannst mehr Gewichte stemmen. Du erweiterst "Grenzen". Und so kann es Dir auch mit ZEN gehen, wenn DU es zulässt. Das ist wohl ein sehr wichtiger Punkt, wenn nicht der wichtigste: DU läßt es zu.

Und das japanische Bergdorf ist nur für den Anfänger wichtig. Wenn Du weiter voranschreitest, kannst Du auch inmitten des Chaos die Ruhe bewahren ("Auge des Sturms").
Nun häng dich mal nicht so an dieser/meiner Aussage auf...

Ich denke ein wenig Realismus schadet keinem, dann wäre Vieles einfacher...

Der oben beschriebene Zustand würde bedeuten, dass ich zum Buddha würde...

...o.k. rein körperlich bin ich auf dem richtigen Weg...



Diesen oben beschriebenen Zustand erreichen nicht mal Zen-Mönche,
die abgeschieden in einem Kloster leben...

Ich habe Frau und Kind, eine Job (mit nerviger Kundschaft) und lebe am Rande eine Großstadt...


Wie auch immer, die obige Aussage sollte eigentlich Bescheidenheit vermitteln...







Lieben Gruß


Eisi
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  #9  
Alt 22.10.2009, 07:26
Kilghard
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Zitat:
Ich habe Frau und Kind, eine Job (mit nerviger Kundschaft) und lebe am Rande eine Großstadt..


Ich bin wie Du. Welchen Drang ich hatte, Deine Postings in so penetranter Weise zu sezieren, ist mir nicht ganz klar. An der Diskussion teilzunehmen war ein Gedanke, daß ich mich selbst mit der Thematik in Theorie und Praxis beschäftige ein anderer.

Aber Deine Ruhe beweist, daß Du schon Fortgeschrittener bist (oder ist das wegen der nervigen Kundschaft, daß man mit der Zeit ruhiger werden muß? ).

Jetzt fange ich schon wieder an ... und höre gleich wieder auf.

Viel Spaß noch!

Thomas
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  #10  
Alt 22.10.2009, 11:08
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Zitat:
Zitat von Kilghard Beitrag anzeigen


Ich bin wie Du. Welchen Drang ich hatte, Deine Postings in so penetranter Weise zu sezieren, ist mir nicht ganz klar. An der Diskussion teilzunehmen war ein Gedanke, daß ich mich selbst mit der Thematik in Theorie und Praxis beschäftige ein anderer.

Aber Deine Ruhe beweist, daß Du schon Fortgeschrittener bist (oder ist das wegen der nervigen Kundschaft, daß man mit der Zeit ruhiger werden muß? ).

Jetzt fange ich schon wieder an ... und höre gleich wieder auf.

Viel Spaß noch!

Thomas
Diskusionen beleben das Geschäft...

Apropo Geschäft...ich denke die nervige Kundschaft hat mich abgehärtet...





Gruß Eisi
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"Nichts ist so wichtig, dass sich dafür eine Beeinträchtigung meines Wohlbefindens lohnen würde."

Geändert von Eisenfresser (22.10.2009 um 17:06 Uhr).
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  #11  
Alt 22.10.2009, 12:39
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Standard AW: Zen

Hallo Eisi,

es freut mich zu lesen, dass du dich entschlossen hast, ein wenig über deine Erfahrungen mit Zen zu schreiben. Wie zu erwarten bin ich nicht der einzige, den dieses Thema interessiert.
Zitat:
Zitat von Eisenfresser Beitrag anzeigen
Ich dachte aber, da du Aikido betreibst, hast du dich schon mit ZEN beschäftigt, hängt ja oft zusammen...
Die Aikido-Dojos in Berlin jedenfalls sind untrennbar mit dem ZEN verbunden...
Dort wird in der Regel immer zusätzlich zum Aikido-Training auch ZEN bzw. Meditation und ZEN angeboten...
Bei unserem Aikido-Verband (dem [Link nur für registrierte und freigeschaltete Mitglieder sichtbar. ]) gibt es diese Verbindung in dieser Form nicht. Ich habe extra gestern noch einmal nachgefragt - wir praktizieren Aikido losgelöst von einer spirituellen Richtung.

Ich bin jedoch der Meinung, dass Zen gut dazu passt. Die Verbindung ist offensichtlich - für mich zumindest.
Zitat:
Zitat von Eisenfresser
Wenn ich nicht im Schichtdienst arbeiten würde und die besagten Dojos zu weit weg lägen,
wäre das der Kernpunkt meines Lebens!!!
Interessant, was für einen Bezug du dazu hast.
Zitat:
Zitat von Eisenfresser
Aber man kann eben nicht ALLES haben...
Nein. Das ist gleich die erste Lektion, die es zu lernen gilt...
Zitat:
Zitat von Eisenfresser
O.k. ... jetzt mal ein paar Zeilen zum (praktischen) ZEN...

In Japan ist die Rinzai-Schule - neben dem Sôtô-Zen - eine der beiden Zen-Linien, die heute noch lebendig sind.

Im Rinzai-ZEN wird oft mit Koans (ZEN-Sinnsprüchen) gearbeitet...

Im Soto-Zen, das Zen des einfachen Menschen
(früher das ZEN der Bauern bzw. der anderen armen Bevölkerungsschichten),
wird in der Regel einfach nur gesessen, Za-ZEN praktiziert...also Meditation...
Welche Erfahrungen hast du selbst mit Za-Zen gemacht? Du hast ja bereits geschrieben, dass du kaum meditierst (bzw. jetzt gar nicht mehr) - was ist für dich an diese Stelle getreten?
Zitat:
Zitat von Eisenfresser
Ich persönlich habe im praktischen ZEN von Charlotte Joko Beck meine Richtung gefunden...welcher sich am Soto-Zen orientiert...
Da wird etwas Literaturrecherche notwendig werden.
Zitat:
Zitat von Eisenfresser
Wenn ich es auf einen Satz reduzieren müßte...
"Sei selbstkritisch, offen und ehrlich zu dir selbst (auch wenn es manchmal weh tut),
arbeite an deinem Denken, katalogisiere deine Gedanken,
versuche an unwichtigen bzw. unproduktiven Gedanken nicht lange festzuhalten,
laß sie schnell vorüberziehen, ohne große Wertung, versuche ein Beobachter deines Lebens zu werden..."


Das ist wahrlich eine wertvolle Weisung. Dennoch, nichts, was mir neu erscheinen würde. Das Denken wird schlussendlich zum Sein, das ist mir bekannt.
Zitat:
Zitat von Eisenfresser
Das hört sich alles sehr abstrakt an...jedenfalls war es das für mich...am Anfang...

Ich habe lange Zeit gebraucht, viel Literatur darüber verschlungen,
bis ich endlich bei Charlotte etwas Licht der Erkenntnis durch den Nebel der Unwissenheit blitzen sah...

NEBEL, für mich eh die beste Metapher in diesem Zusammenhang...

Ich fühle mich wie jemand der im Nebel wandelt und ab und zu (leider (noch) viel zu selten)
etwas Licht durch den Nebel schimmern sieht
und erkennt wie die wahre Welt, außerhalb des Nebels, um mich herum, in Wahrheit aussieht...
Die Lichtblitze ereilen mich manchmal, jedoch kann ich mir daraus keinen Reim machen. Die wichtigste Erkenntnis war für mich, dass in Büchern keine Weisheit vergraben liegen kann - die Weisheit liegt in einem selbst vergraben und nur durch beständiges Training kann sie freigelegt werden.

Als Athleten sollte uns diese Vorgehensweise nicht im Geringsten seltsam erscheinen.
Zitat:
Zitat von Eisenfresser
@Simon
Ich weiß nicht wie du so gestrickt bist, selbstkritisch scheinst du zu sein,
ein wichtiger Punkt...die Grundlage...
Die Selbstkritik würde ich mir als Stärke zuschreiben, ihren Grad eher als Schwäche.

Wie ich gestrickt bin, kannst du in meinem Schreiben gut lesen. Ich bin kritisch mir gegenüber, eher verzeihend gegenüber anderen. Ich bin leicht zu verunsichern und wie ein Fähnchen im Wind.
Zitat:
Zitat von Eisenfresser
Ich kann dir nur die Bücher von Charlotte Joko Beck ans Herz legen,
ich habe alle Bücher mehrmals gelesen,bevor mir ein Licht aufging,
ist vielleicht nicht jedermanns Sache...
Ob ich sie mir zu Gemüte führen werde, weiß ich noch nicht.

Ich finde es interessant, wie sich Bücher verändern, wenn man sie mit längerem Abstand öfter liest. Auf einmal wird alles klar, was vorher verworren war. Gelernt hat man aber nicht aus dem Buch, sondern aus sich selbst.
Zitat:
Zitat von Eisenfresser
Wenn ich ZEN in so einfache Wort wie möglich kleiden wollen würde...

Zitat:
"Lebe einfach, laß egomanische Gedanken schnell vorüberziehen, nimm sie wahr,
klammer dich aber nicht an sie, lebe, ohne alles zu hinterfragen, nimm das Leben einfach an,
so wie es ist, mit allen Höhen und Tiefen, Glück und Unglück, Schmerz, Trauer,
eben mit Allem, komplett, sei Beobachter deines Lebens, sei frei..."
...das wäre der Ideal-Zustand...ich bin davon sehr sehr weit entfernt, werde diesen sicher nie erreichen,
aber ich merke das ich vorankomme und mich weiter entwickle...
Hier sind wir im Auge des Sturms - im Kern jeglicher Spiritualität und Religion. Loslassen, frei sein. Das ist der Weg zurück zum Frieden und zu Gott - welche Form auch immer er annimmt.

Eine Frage: Würdest du Zen als praxisorientierten Weg bezeichnen?

Liebe Grüße
Simon
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  #12  
Alt 22.10.2009, 19:57
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Zitat:
Zitat von ishina Beitrag anzeigen
Welche Erfahrungen hast du selbst mit Za-Zen gemacht? Du hast ja bereits geschrieben, dass du kaum meditierst (bzw. jetzt gar nicht mehr) - was ist für dich an diese Stelle getreten?
Zitat:
Zitat von Eisenfresser Beitrag anzeigen
...hört sich jetzt vielleicht blöd an, aber ich meditiere gar nicht mehr, habe ich nur kurz...

Ich persönlich habe viele Phasen/Momente, wo ich stehenbleibe, Geschwindikgeit rausnehme,
das sind die unterschiedlichsten Momente, die ich als solche erkenne und nutze...

In diesen Phasen arbeite ich dann mit meinem Geist, meiner Gedankenwelt,
konzentriere mich, spüre meinen Atem, ordne, katalogisiere meine Gedanken...
Zitat:
Eine Frage: Würdest du Zen als praxisorientierten Weg bezeichnen?
Grundsätzlich würde ich sagen JA...






Gruß Eisi
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  #13  
Alt 29.10.2009, 17:08
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Zitat:
"Laßt Körper und Geist los, vergeßt sie.
Werft euer Leben in den Raum des Buddha, lebt, indem ihr euch von Buddha bewegen und führen laßt.
Wenn ihr das tut, ohne euch auf euren physischen und geistigen Körper zu verlassen,
werdet ihr frei von Leben und Tod und werdet selbst zum Buddha."
Zitat:
"Vertrau dein Leben dem Raum an, in dem Buddha wohnt.
Vertrau dein Leben an, sei dieser Augenblick,
höre auf zu urteilen, zu entfliehen, das Leben zu analysieren, sei es einfach.
Zitat:
Das ist die Wahrheit. Sucht nicht anderswo nach der Wahrheit."
-Dogen Zenji-




Ich habe selten so einfache und doch so klare Zeilen im Zusammenhang mit ZEN gelesen, im Prinzip sagen diese Zeilen ALLES...





Gruß Eisi
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Geändert von Eisenfresser (29.10.2009 um 18:18 Uhr).
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  #14  
Alt 29.10.2009, 18:07
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Zitat:
Zitat von Eisenfresser Beitrag anzeigen
Zitat:
Das ist die Wahrheit. Sucht nicht anderswo nach der Wahrheit.
Gruß Eisi
hmm - genau solche Aussagen sind es, die mich aus einer anderen Religion vertrieben haben. Ich bin ein bisschen enttäuscht, sie auch im Zen-Umfeld zu finden. Das zeigt mir letztlich, dass auch dort letztlich nur Menschen am Werk sind...
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  #15  
Alt 29.10.2009, 18:17
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Zitat:
Zitat von hidden_dragon Beitrag anzeigen
hmm - genau solche Aussagen sind es, die mich aus einer anderen Religion vertrieben haben. Ich bin ein bisschen enttäuscht, sie auch im Zen-Umfeld zu finden. Das zeigt mir letztlich, dass auch dort letztlich nur Menschen am Werk sind...
Ich finde es sogar beruhigend den normalen Menschen hinter dem Gegenüber zu entdecken...

...man muß halt immer das aus dem Gesagten/Geschriebenen herausziehen was einen erreicht...

Ich finde dogamtische Aussagen auch eher abschreckend, wollte das aber mit übernehmen, gehört ja zu dem Zitat dazu,
wichtiger und für mich entscheidend sind die Zeilen davor!!!

Zitat:
"Vertrau dein Leben an, sei dieser Augenblick,
höre auf zu urteilen, zu entfliehen, das Leben zu analysieren, sei es einfach.

Gruß Eisi
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Geändert von Eisenfresser (29.10.2009 um 18:21 Uhr).
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