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#1
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zumal ich mich eher am praktischen ZEN orientiere und nur die für mich wichtigen Punkte herausfiltere, aber vielleicht kann ich zumindest ein paar interessante Gedanken-Fetzen in den Raum schmeissen... ![]() Ich dachte aber, da du Aikido betreibst, hast du dich schon mit ZEN beschäftigt, hängt ja oft zusammen... Die Aikido-Dojos in Berlin jedenfalls sind untrennbar mit dem ZEN verbunden... Dort wird in der Regel immer zusätzlich zum Aikido-Training auch ZEN bzw. Meditation und ZEN angeboten... Wenn ich nicht im Schichtdienst arbeiten würde und die besagten Dojos zu weit weg lägen, wäre das der Kernpunkt meines Lebens!!! Aber man kann eben nicht ALLES haben... ![]() O.k. ... jetzt mal ein paar Zeilen zum (praktischen) ZEN... Zitat:
Zitat:
Im Rinzai-ZEN wird oft mit Koans (ZEN-Sinnsprüchen) gearbeitet... Im Soto-Zen, das Zen des einfachen Menschen (früher das ZEN der Bauern bzw. der anderen armen Bevölkerungsschichten), wird in der Regel einfach nur gesessen, Za-ZEN praktiziert...also Meditation... Ich persönlich habe im praktischen ZEN von Charlotte Joko Beck meine Richtung gefunden...welcher sich am Soto-Zen orientiert... Wenn ich es auf einen Satz reduzieren müßte... Zitat:
Ich habe lange Zeit gebraucht, viel Literatur darüber verschlungen, bis ich endlich bei Charlotte etwas Licht der Erkenntnis durch den Nebel der Unwissenheit blitzen sah... NEBEL, für mich eh die beste Metapher in diesem Zusammenhang... Ich fühle mich wie jemand der im Nebel wandelt und ab und zu (leider (noch) viel zu selten) etwas Licht durch den Nebel schimmern sieht und erkennt wie die wahre Welt, außerhalb des Nebels, um mich herum, in Wahrheit aussieht... @Simon Ich weiß nicht wie du so gestrickt bist, selbstkritisch scheinst du zu sein, ein wichtiger Punkt...die Grundlage... Ich kann dir nur die Bücher von Charlotte Joko Beck ans Herz legen, ich habe alle Bücher mehrmals gelesen,bevor mir ein Licht aufging, ist vielleicht nicht jedermanns Sache... Wenn ich ZEN in so einfache Wort wie möglich kleiden wollen würde... Zitat:
aber ich merke das ich vorankomme und mich weiter entwickle... ![]() Lieben Gruß... Eisi
__________________ "Nichts ist so wichtig, dass sich dafür eine Beeinträchtigung meines Wohlbefindens lohnen würde." Geändert von Eisenfresser (20.10.2009 um 21:01 Uhr). |
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#2
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#3
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| Sehr schönes Thema. Ich bin lange den Weg des Karate gegangen und bis vor einem Jahr den Weg des Schwertes Kendo. Hier war die Meditation ebenfalls ein (leider zu kurzer) Bestandteil vor und nach dem Training. Unser Gasttrainer ist Japaner und hat diese unglaubliche Ausstrahlung von Mr. Myiagi .Und die besten "Resultate" im Kampf hatte ich immer dann wenn ich leer war...fast schon schläfrig...nicht mein Bewustsein sondern... ...ich weiß auch nicht.Ich kann mir vorstellen das untern unseren Wettkämpfern (Marty?) etwas ähnliches passiert vor dem Versuch, ein inneres Abschließen nach außen? Unbewusste Meditation sozusagen. Kilghard hat sehr schön auf einen Punkt gebracht. Sich keine Gedanken um seine Gedanken machen. Der andere Punkt, so traurig wie es sich anhört, ist sich die Kunst mal zehn Minuten seines Leben zu nehmen und loszulassen. |
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#4
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| danke für die Ausführungen, Eisi! Meditation ist für mich im Moment auch ein großes Thema und damit natürlich Za-Zen und auch allg. Zen als Richtung. Was mich an deinem Text irritiert ist folgender Satz: Zitat:
Die empfohlenen Bücher werd ich mir gerne mal anschauen! Was mich selbst zum Meditieren gebracht hat, waren die Bücher von Jon Kabat-Zinn ("[Link nur für registrierte und freigeschaltete Mitglieder sichtbar. ]" als erstes, und momentan lese ich "[Link nur für registrierte und freigeschaltete Mitglieder sichtbar. ]" in der Hoffnung, dass mir die Achtsamkeitspraxis bei der Stressbewältigung helfen wird) Meditierst Du täglich, Eisi? Und wie lange jeweils?
__________________ It's a great thing when you realize you still have the ability to surprise yourself. Makes you wonder what else you can do that you've forgotten about. (Lester Burnham, American Beauty) |
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#5
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| Nein nicht unbedingt, weil diese Aussage ohne Wertung für mich ist, der Weg ist das Ziel, ich bin absolut zufrieden, da wo ich jetzt bin... ![]() Des Weiteren war diese Aussage schon eher eine realistische Feststellung, man darf nicht vergessen, dass es ein deutlicher Unterschied ist, wo man lebt, in der kargen japanischen Bergregion, in einem kleine Bergdorf, fällt es leichter sich auf`s Wesentliche zu konzentrieren... ![]() Gruß Eisi |
| Weiterführende Informationen: |
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#6
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Charlotte unterscheidet ganz klar in notwendige/produktive Gedanken und in unproduktive Gedanken... Bsp.: Du planst eine Familienfeier und hast somit viele Dinge in deinem Kopf, Einladungen, Essen etc. Diese Gedanken sind produktive Gedanken, sich dagegen zu wehren wäre unklug und kontraproduktiv... Gleiches gilt z.B. wenn du etwas kochst, Essen zubereitest, mit Hilfe eines Kochbuches, da sind produktive Gedanken einfach wichtig, ohne die wirst du kaum ein schmackhaftes Essen auf den Tisch zaubern... In diesem Zusammenhang sei auch erwähnt, dass es auch ganz wichtig ist IMMER zu vesuchen Eins zu sein mit dem was man gerade macht, sich zu konzentrieren auf das was man macht, nicht mit den Gedanken schon bei etwas anderem zu sein, was bei den meißten Menschen der Fall ist... ...unproduktive Gedanken sind dahingegen die Emotionen/Gedanken die sich um das eigene Ego ranken... Bsp.: "...ich habe von einer Kollegin gehört, was eine andere Kollegin über mich gesagt hat, herabwürdigende Aussagen, ich bin wütend, ich hasse das, mich frisst diese Wut fast auf, ich möchte was unternehmen, um mich zu revangieren..." Zitat:
![]() Ich persönlich bin der Meinung, dass die Meditation wichtig ist um Ruhe ins Leben zu bringen, einfach mal von der Autobahn des Lebens auf die Standspur und anhalten... Die meißten Menschen in unserer zivilisierten Welt leben auf der Überholspur, sie rennen förmlich durchs Leben... Deswegen ist Meditation ein hilfreiches Mittel, da man gezwungen wird die Geschwindigkeit des Lebens, die Hektik, rauszunehmen, geht ja auch nicht anders... Die Gedanken prallen dann zwar erstmal wie Meteoritenschwärme auf einen herein, es ist zu Anfang schwer da einfach ruhig zu sitzen, aber genau darauf kommt es an!!! Ich persönlich habe viele Phasen/Momente, wo ich stehenbleibe, Geschwindikgeit rausnehme, das sind die unterschiedlichsten Momente, die ich als solche erkenne und nutze... In diesen Phasen arbeite ich dann mit meinem Geist, meiner Gedankenwelt, konzentriere mich, spüre meinen Atem, ordne, katalogisiere meine Gedanken... Charlotte sagt/schreibt, dass gerade die stressigsten Momente das beste Feld zum üben sind, in Zeiten wo einen der Stress fast auffrisst, die Geschwindigkeit rausnehmen und sich konzentreren... Was ich gestern noch vergaß... Völlige Gedankenlosigkeit bzw. das Vorbeiziehenlassen der Gedanken (ohne Wertung) wäre das Ideal, ERLEUCHTUNG!!! Erleuchtung ist somit nicht ETWAS, sondern das Fehlen von ETWAS!!! Gruß Eisi |
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#7
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Eine Aussage ohne Wertung ist nicht möglich. Noch mehr, wenn Du absolut zufrieden bist, wo Du jetzt bist, hast Du ZEN erreicht. Also hast Du entweder ZEN erreicht oder bist Dir selbst gegenüber nicht ehrlich. Die Unsicherheit in Deinem Text ("eher" z.B.) zeugt davon, daß Du unter Umständen doch wesentlich weiter kommen wirst, als Du Dir im Moment zutraust. So machst Du es z.B. auch im Training. Du baust auf Deine bisherigen Leistungen auf und kannst mehr Gewichte stemmen. Du erweiterst "Grenzen". Und so kann es Dir auch mit ZEN gehen, wenn DU es zulässt. Das ist wohl ein sehr wichtiger Punkt, wenn nicht der wichtigste: DU läßt es zu. Und das japanische Bergdorf ist nur für den Anfänger wichtig. Wenn Du weiter voranschreitest, kannst Du auch inmitten des Chaos die Ruhe bewahren ("Auge des Sturms"). |
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#8
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![]() Ich denke ein wenig Realismus schadet keinem, dann wäre Vieles einfacher... ![]() Der oben beschriebene Zustand würde bedeuten, dass ich zum Buddha würde... ...o.k. rein körperlich bin ich auf dem richtigen Weg... ![]() ![]() Diesen oben beschriebenen Zustand erreichen nicht mal Zen-Mönche, die abgeschieden in einem Kloster leben... Ich habe Frau und Kind, eine Job (mit nerviger Kundschaft ) und lebe am Rande eine Großstadt...Wie auch immer, die obige Aussage sollte eigentlich Bescheidenheit vermitteln... ![]() Lieben Gruß Eisi |
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#9
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![]() Ich bin wie Du. Welchen Drang ich hatte, Deine Postings in so penetranter Weise zu sezieren, ist mir nicht ganz klar. An der Diskussion teilzunehmen war ein Gedanke, daß ich mich selbst mit der Thematik in Theorie und Praxis beschäftige ein anderer. Aber Deine Ruhe beweist, daß Du schon Fortgeschrittener bist (oder ist das wegen der nervigen Kundschaft, daß man mit der Zeit ruhiger werden muß? ).Jetzt fange ich schon wieder an ... und höre gleich wieder auf. Viel Spaß noch! Thomas |
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#10
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![]() Apropo Geschäft...ich denke die nervige Kundschaft hat mich abgehärtet...![]() Gruß Eisi
__________________ "Nichts ist so wichtig, dass sich dafür eine Beeinträchtigung meines Wohlbefindens lohnen würde." Geändert von Eisenfresser (22.10.2009 um 17:06 Uhr). |
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#11
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| Hallo Eisi, es freut mich zu lesen, dass du dich entschlossen hast, ein wenig über deine Erfahrungen mit Zen zu schreiben. Wie zu erwarten bin ich nicht der einzige, den dieses Thema interessiert. Zitat:
Ich bin jedoch der Meinung, dass Zen gut dazu passt. Die Verbindung ist offensichtlich - für mich zumindest. Zitat:
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Zitat:
arbeite an deinem Denken, katalogisiere deine Gedanken, versuche an unwichtigen bzw. unproduktiven Gedanken nicht lange festzuhalten, laß sie schnell vorüberziehen, ohne große Wertung, versuche ein Beobachter deines Lebens zu werden..." Das ist wahrlich eine wertvolle Weisung. Dennoch, nichts, was mir neu erscheinen würde. Das Denken wird schlussendlich zum Sein, das ist mir bekannt. Zitat:
Als Athleten sollte uns diese Vorgehensweise nicht im Geringsten seltsam erscheinen. Zitat:
Wie ich gestrickt bin, kannst du in meinem Schreiben gut lesen. Ich bin kritisch mir gegenüber, eher verzeihend gegenüber anderen. Ich bin leicht zu verunsichern und wie ein Fähnchen im Wind. Zitat:
Ich finde es interessant, wie sich Bücher verändern, wenn man sie mit längerem Abstand öfter liest. Auf einmal wird alles klar, was vorher verworren war. Gelernt hat man aber nicht aus dem Buch, sondern aus sich selbst. Zitat:
Eine Frage: Würdest du Zen als praxisorientierten Weg bezeichnen? Liebe Grüße Simon
__________________ SoulSpace - Platz für die Seele |
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#12
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Gruß Eisi |
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#13
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Ich habe selten so einfache und doch so klare Zeilen im Zusammenhang mit ZEN gelesen, im Prinzip sagen diese Zeilen ALLES... Gruß Eisi
__________________ "Nichts ist so wichtig, dass sich dafür eine Beeinträchtigung meines Wohlbefindens lohnen würde." Geändert von Eisenfresser (29.10.2009 um 18:18 Uhr). |
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#14
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__________________ It's a great thing when you realize you still have the ability to surprise yourself. Makes you wonder what else you can do that you've forgotten about. (Lester Burnham, American Beauty) |
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#15
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![]() ...man muß halt immer das aus dem Gesagten/Geschriebenen herausziehen was einen erreicht... Ich finde dogamtische Aussagen auch eher abschreckend, wollte das aber mit übernehmen, gehört ja zu dem Zitat dazu, wichtiger und für mich entscheidend sind die Zeilen davor!!! Zitat:
Gruß Eisi
__________________ "Nichts ist so wichtig, dass sich dafür eine Beeinträchtigung meines Wohlbefindens lohnen würde." Geändert von Eisenfresser (29.10.2009 um 18:21 Uhr). |
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