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Zivi VS. BW

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Umfrageergebnis anzeigen: Was habt ihr gemacht Zivi oder BW oder beides?
Zivi was denn sonst.. 6 20,69%
BW..ich wollt schon immer mal Rambo spielen 8 27,59%
beides 2 6,90%
Ich war so schlau und hab mich ausmustern lassen 6 20,69%
Ich muss noch 6 20,69%
BUND ZIVI? Nein FSJ 1 3,45%
Ich hatte das Glück als Mädchen geboren zuwerden 0 0%
Teilnehmer: 29. Sie dürfen bei dieser Umfrage nicht abstimmen

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  #1  
Alt 26.09.2007, 00:45
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Standard Zivi VS. BW

Moin moin, ich hab jetzt schon hier und dort erlesen das der ein oder andere grad mitten im Zivi/Grundwehrdienst steht oder die Zeit unmittelbar bevor steht.

Ich würde es schön finden wenn sich hier möglichst viele ehemaligen doer Zukünfige beteiligen und ihre Erlebnisse schildern.
-Wie habt ihr die Zeit empfunden?
-Hat euch der Dienst Spaß gemacht?
-Was konntet ihr aus der Zeit mitnehmen?
-Wo habt ihr was gemacht?

Falls ihr weitere Antwort möglichkeiten braucht sagt bescheid ich ergänze diese.

Gruß

Vali
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  #2  
Alt 26.09.2007, 01:32
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Standard Re: Zivi VS. BW

Jetzt komme ich

Ich wurde T1 gemustert und musste quasi zum Herr. Einzug war der 1.10.06 ins PanzerartellerieBatallion in Kellinghusen (ist in der Nähe von Itzeho,Kiel die Ecke da oben)
Beim Bund war ich dann knappe 3 Monate AGA hab ich durch und 1 tag vor der vereidigung hab ich ciaoi gesagt
Dort habe ich ein netten Kerl aus Dresden kennenlernen dürfen mit dem ich auch jetzt noch in Kontakt stehe.
-Warum ich dort weg bin?
Ganz einfach der Laden war ein klassischer Fall für den Wehrbeauftragten.. und mein KDV Antrag der über den Dienstweg lief ist nie in Köln eingetrudelt
Es kam noch viele krasse Sachen dazu die man so nicht veröffentlichen sollte und darf (über manche Dinge sollte man schweigen)
Ich kann euch Berichten sich in der AGA zubefinden und KDVle rzu sein ist kein kindergarten man muss ein sehr DICKES FELL haben! Positives hab ich mitnhemen können insofern das ich noch mehr Selbstbewustsein dadurch bekommen habe das so durchzuziehen vor allem war mir später sowas von mega egal was andere von mir denken!

Weiter ging es dann mit einem knappen Monat Schwerbehinderte fahren bei den Johannitern.
Dort habe ich ebenso wie beim Bund ne menge lustiges erlebt...wie aber auch Situationen die hätten blöder nicht lafen können.
Aus dem Dienst mit Behinderten kann ich nur sagen SUPER LEUTE! Und dort kam ich acuh erstmals mit Zivis in Kontakt ..so ein Zivi ist schon eine Spezies für sich ... Der Fahrdienstleiter mochte keine Zivis war Jahrelang beim Bund... im Fahrdienst gab es so ein paar Spezies die jeden Monat einen Bus geschrotet haben... naja wenn die auch nur schlecht gewartet wurden! Rückfahrkameras defekt oder nicht mehr vorhanden ect. und wenn man dann nach hinten nicht raussehen kann... be über 7m länge und über 2,50 breite. Mir ist zum Glück ein kaputtes Fahrzeug erspart geblieben..allerdings hatte ich einen Personenunfall zu beklagen. Nach einem langen Tag musste ich eine 93 o. 94 Jährige an Altzheimer erkrankte Dame von der Dialyse abholen. Ich habe sie über die Ladefläche im Rolstuhl nach oben gewuchtet (die Dame war STARK Übergewichtig) und soweit mi bekannt war Vorschriftsmäßig verzurt. Nach der ersten Kurve hörte ich ein Poltern udn ein wimmern.. ich sah in die Ladefläche und hab die Dame nur regungslos auf dem Boden gesehen. Bin raus und hab Erste Hilfe geleistet .. man war das gut das ich zuvor beim Budn die Erste Hilfe Ausbildung absolviert hab..udn ich dachte die 3 Monate waren Zeitverschwendung! Um abzukürzen die Dame musste von 4 Sanitätern "geborgen" werden ..lag 2 Tage im Krankenhaus und hatte eine Platzwunde am Kopf die genäht werden musste (jeder der schonmal eine solche Verletzung gesehen hat mag sich Vorstellen können wie das Fahrzeuginnere aussah). Ich habe mich aus dem Dienst am Menschen entzogen da man mich dafür Verantwortlich machen wollte!
Da ich abe rmeine Recht kannte habe ich gehandelt.
1. Das Funkgerät im Fahrzeug war defekt ich konnte darübe rnichtmal Hilfe holen..
2. Mir fehlte ein Kurs der mir erlaubt Schwerbehinderte im Rohlstuhl zu transportieren!
Das hab ich meiner Zivildienstgruppe gemeldet und habe gesagt ich möchte keinen Dienst mehr am Menschen leisten...
Warum ich das gesagt hab? Für den Fahrdienstleiter war ich absofort der "Arsch vom Dienst" und umd en zu entkommen war das quasi das einfachste man hat der sich geärgert!

Nun hieß es neue Dienststelle suchen! Jeder der mich kennt weiß das ich für sowas DIE Beziehung schlechthin hab (hab das alles schon vorher so Kalkuliert udn rbauchte nur ein Anuf tätigen und die Sache war geritzt!) Das hat den Fahrdientsleiter noch mehr angekotzt da er sich sicher war mich für mindestens 2 Wochen als Zivi Putze zu haben
Nun ging es ins Krankenhaus um die Ecke herum..als Koch.
Dort hatte ich es schon recht gut getroffen... ich wurd weitesgehend in ruhe gelassen und hat ganz passable Arbeitszeiten. Als das Personal und der Chef um meine Qualifikation wussten wurd ich abgetsellt für den Personalstab zu Kochen. Ich hatte dadurch nur 2x inder Woche gutzutun und hab sonst auf dem Sauce Posten rumgelümmelt oder Büchergelesen..oder schabernack gemacht
Was ich dort so mitgenommen hab? Die Erfahrung einer Großküche... ich hab sonst für maximal 50 Personen gekocht nun waren es auf einen Schlag 700. Auch das war mal eine Erfahrung.
Ansonsten habe ich aber Meiner entlassung nachgefiebert. Das der ganze Unsinn endlich rum geht. Ich hatte Turbolente 9 Monate mit massig Action. Wirklich Lust hatte ich zudem ganzen nicht wirklich es war eine Finanzielle verschwendung (ich hatte im Grunde nur Einbußen dadurch). Aber im nachhinein betrachtet bin ich wieder ein Stückchen gewachsen. Und hab eine Menge Leute kennenlernen dürfen.



Was ich Zivis emfehlen kann! Ihr bekommt eine Zeitung Monatlich zugeschickt dort sind tolle Freizeitangebote zufinden! Euch stehen 5 Sonderulraubstage zu nutzt diese mit diesen tollen Angeboten. Prag... London.. Ruderwanderungen.. auf irgendeinem Fluss Bergsteigen ect. !!! Informiert euch! Es gibt Zivistellen die verwähren den Zivis diese Hefte.. weil dort auch eure Rechte zufinden sind und nützliche Sachen wie man an mehr Geld kommt!

Ihr nehmt auch an einem 1 Wöchigem Kurs teil! Politischebildung soll euch dort vermittelt werden! Ich war dafür in Buchholz nähe Hamburg und durfte mir 150 zivis ansehen der Wahnsinn.. ..jeder der schonmal dabei war...naja

Gruß

Vali
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  #3  
Alt 26.09.2007, 13:18
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Standard Re: Zivi VS. BW

interessanter bericht vali!

mein bericht zu dem thema fällt da ein wenig kürzer aus:

ich hatte während meiner erstausbildung, in der ich damals steckte, schon die erfahrung gemacht, daß ich zum reinen befehlempfänger nicht so recht tauge. die berichte eines kumpels von seiner sehr kurzen zeit beim bund, er hat sich nach kurzer zeit aus psychischen gründen dienstuntauglich schreiben lassen, taten ein weiteres.

für mich stand fest, daß ich und die trachtengruppe einfach nicht zu einander passen.

als anlternative stand natürlich der zivildienst im raum. allerdings habe ich seit meiner frühesten jugend probleme mit meinen füßen (sichel-, senk-, knick- und spreizfuß), welche dazu führen, daß ich nach längeren gehen oder stehen mit erheblichen schmerzen zu rechnen habe. in meiner erstausbildung (fernmeldeelektroniker) stand ich hauptsächlich auf leitern (schmerzen) oder kroch über den boden (keine schmerzen).

diesen umstand, der mir bis dahin immer nur probleme bereitet hatte, wollte ich zumindest einmal in meinem leben, zu meinem vorteil anführen.

der tag meiner musterung kam und ich erzählte dem arzt natürlich ausführlich von meinem problem.

dann trat ich vor den musterungsausschuß und mir wurde mitgeteilt, daß ich mit t3 gemustert worden war. ich stellte dann die frage, wie es denn mit der möglichkeit des widerspruches aussah.

drei kinnladen klappten herunter und der typ in der mitte schrie mich an: "das steht alles in ihrem bescheid". ja, ich passe einfach nicht in den laden.
ich erwiederte daraufhin: "gut, dann weiß ich ja bescheid, sie hören von mir" und verließ den raum.

ich reichte also widerspruch ein und mußte ein paar termine bei amtsärzten über mich ergehen lassen und mein orthopäde erstellte ein umfangreiches attest, das ich einreichte.

nach etwa einem halben jahr bekam ich dann ein 10 seitiges schreiben. der erste satz lautete: "ihr widerspruch war von erfolg gekrönt."
welch blumige sprache.


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"Das Leben ist ein Witz im Allgemeinen auf Kosten des Besonderen" (R.Shea u. R. Wilson)

Pincipia Discordia

Der Verein
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  #4  
Alt 26.09.2007, 14:48
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Standard Re: Zivi VS. BW

Klasse matten!!! so einfach hätte ich es auch gern gehabt...
Ich bin zum Bund weil mein alter Herr in dem Verein ist... über 25 Jahre zu See gefahren und tritt nächstes Jahr in den Ruhestand! da ich mich mit meinem Vater seitjeher auf dem Kriegspfad befind dachte ich zur schlichtung gehste dorthin... mit meiner Art war ich dort wie du wahrscheinlich auch FEHL am Platze. Auf dem Psychiaterstuhl saß ich auch beim Bund...man hat mich ins BWK eingeliefert! Mein Hauptmann meinte ich sei nicht Psychisch krank ich meinte jedoch doch ich bin total unfähig und Psychisch stark labil hat er mir nicht gegblaubt (er muss es ja zum Glück auch nicht Entscheiden). Das letzte wa er dazu sagte war das ich bei dne Märschen bislang eienr der belastbarsten sei und er wird dem Psychofritzen einen Bericht über mich schreiben... so das SIE schön in meiner Einheit bleiben (der wollte ungern das seine T1 abhauen).
Am nächsten Tag wurd ich ins BWK nach Hamburg gekachelt..ich hab dem Psychather ganz erlich gesagt wieso ich da rausmöchte (ich hatte natürlich keinen an der klatsche..). Der Arzt meinte er schreibt mich sofort Psychisch untauglich den Dienst an der Waffe weiterhin zutätigen... ect. ABER ich solle mir das gut überlegen mit diesem Atest verbaue ich mir die Zukunft! Damit sind keine Anstellungen im öffentlichen Dienst möglich. Daher hab ich mich wieder Gesund bescheinigen lassen und bin zurück zum Hauptmann... der hat sich gefreut! Ich hab lediglich erwiedert das ich noch raußkomme! Und wie man sieht hab ich gesiegt!

Gruß

Vali

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  #5  
Alt 26.09.2007, 15:02
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Standard Re: Zivi VS. BW

Da ich zur weiblichen Gattung dieser Erdbevölkerung gehöre kann ich natürlich nicht von eurer Seite spreche sondern nur von der anderen, was ich aber auch wichtig finde.

Bevor ich mein Studium angefangen habe war ich Heilerzieherin und habe als Gruppenleitung zuerst mit scherst mehrfach behinderten Kindern gearbeitet und dann eine Intergrationsgruppe übernommen.
Ich hatte das Glück ( und das ist es einfach für uns) einen Zivi zur verfügung zu haben dessen Aufgaben meine Unterstützung im Gruppendienst sowie allgemeine Hilfe im Verbund waren.
Es ist leider so das wir von Zivis leben und das einigen nicht bewusst ist. Wenn ich keinen Zivi gehabt hätte, der mir Sachen abgenommen hätte hätte ich zum Teil nciht gewusst wie ich die Kinder versorgen sollte und dabei die Aufsichtspflicht nicht vernachlässigt zu haben.
Ich hatte auch einige "Wechsler" weil leider einige nicht genau wissen wie man mit anderen umzugehen hat ( ähnlich wie Valis Bericht)
Ihc kann also nur von der Seite der Einrichtung sprechen und nochmal deutlich sagen wie wichtig Zivis in unserem Bereich sind und daher auch immer jedem raten Zivildienst zu machen. Da werden die Leute gebraucht und dagegen finde ich den Wehrdienst völlig sinnlos.
Und ich muss auch sagen das ich viel Rückmeldung bekommen habe wie sehr sich ide "Jungs" in der Zeit verändert haben und das im Bereich der Verantwortung und der Selbstständigkeit auf jedenfall zum positiven.
Da soll der Wehrdienst mit seinen Stupiden Auftrag - Ausführungs - Struktur erstmal gegenanstinken. Übrigens bin ich Tochter eines Bundeswehrmenschens, wo ihr sicher sein könnt das wir das des öffteren ausdiskutiert haben
__________________
Der Weise erwartet von den Menschen wenig, erhofft viel und befürchtet alles.
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Weiterführende Informationen:
  #6  
Alt 26.09.2007, 20:06
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Standard Re: Zivi VS. BW

Das Thema ansich zu diskutieren finde ich voll in Ordnung. Was mich allerdings stört, sind die Möglichkeiten, die man auswählen kann. Eine Umfrage sollte möglichst neutral gehalten werden, was hier nicht der Fall ist. Ein ausführlicher Bericht von mir kommt Morgen (nech, matten? ).
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  #7  
Alt 26.09.2007, 20:47
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Standard Re: Zivi VS. BW

@ KSV was ist daran nicht neutral genug.. ich wollte es nicht steriel haben es geht hier nicht um eine spezifische Auswertung oder sonst der gleichen. Wir befinden und im Off-Topic da soll auch mal gelacht und geschmunzelt werden.. das Leben ist schließlich schon ernst genug.

Gruß

Vali
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  #8  
Alt 26.09.2007, 22:16
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Standard Re: Zivi VS. BW

Sehr interessant das Thema.
Hab auch diese Woche meine Atteste zu den netten Herren geschickt. Mein netter Augenarzt hat geschrieben das ich kaum räumliches sehen hab (hab aber nur -0.7 auf dem einem Auge, sonst alles tutti).Meine beiden "Fußärzte" haben meine Bänderrisse wunderbar beschrieben. Gut die Risse am rechten Sprunggelenk hatten/haben es in sich

Bin sehr gespannt was ich zurückkriegen werde

Werde aber Zivildienst machen denk ich.
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  #9  
Alt 27.09.2007, 18:38
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Standard Re: Zivi VS. BW

Ich hab Zivi gemacht.

Hab erst verweigert als ich die Einzugsbescheinigung+Waffengattung+Grundausbildung sort bekommen hab.

Meine Grundausbildung wäre in Lingen gewesen, das war mir zu weit weg.

Ich nachinein war es die beste Entscheidung meines Lebens. Durch den Zivi konnte ich mich Beruflich orientieren
und wusste dannach in welche Berufliche Richtung ich gehen will.
Hätte ich den Zivi nicht im Krankenhaus gemacht, wüsste ich jetzt wahrscheinlich nicht wat ich mache soll

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  #10  
Alt 27.09.2007, 20:01
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Standard Re: Zivi VS. BW

Zitat:
Zitat von Vali
@ KSV was ist daran nicht neutral genug.. ich wollte es nicht steriel haben es geht hier nicht um eine spezifische Auswertung oder sonst der gleichen. Wir befinden und im Off-Topic da soll auch mal gelacht und geschmunzelt werden.. das Leben ist schließlich schon ernst genug.

Gruß

Vali
Was ich daran nicht neutral finde:

Zivi was denn sonst.. - Es gibt genug andere Möglichkeiten: Bund, THW, Zivildienst, freiw. Feuerwehr, FSJ
BW..ich wollt schon immer mal Rambo spielen - Die Leute, die in meiner Einheit Rambo gespielt haben, liefen danach nur noch mit einem Holzgewehr herum. Ich verstehe auch nicht, warum die Bundeswehr mit einem "Rambo" in Verbindung gebracht wird.
beides - OK
Ich war so schlau und hab mich ausmustern lassen - ich war so schlau und habe mich nicht ausmustern lassen- und nu?
Ich muss noch
BUND ZIVI? Nein FSJ
Ich hatte das Glück als Mädchen geboren zuwerden - najaaaa

Aber nun zu meiner Erfahrung:

Nach der Schule, ich war mittlerweile 18 Jahre jung, wurde ich eingezogen. Mein Wunsch war es schon sehr lange, Soldat zu sein. Ich hatte mütterlicherseits ein wohlbehütetes Elternhaus, meine Eltern sind geschieden und mein Vater, zu dem ich seit Jahren keinen Kontakt mehr habe, war stets gegen die Bundeswehr. Das war auch ein Grund, warum ich mich habe einziehen lassen, bzw. war es nur noch eine weitere Bestätigung.

So kam es also, dass ich mich mit meinen neu gewonnen Kameraden in der Augustdorfer Rommel-Kaserne einfand. Ins Artilleriebataillon haben sie uns gesteckt. Der erste Eindruck war grausam. Lauter böse Menschen, die Dich versuchen zu schikanieren, ein bis auf´s kleinste Detail geplanter Tagesablauf, gleich am ersten Abend ein Antreten vor dem Block in strömendem Regen. Viele Rekruten resignierten total- ließen sich ausmustern, fingen an zu weinen, einer schlug absichtlich so lange mit der Tür auf seine Hand, bis sie brach.
Ich habe mir nur gedacht, "ich will etwas erleben, ich will physisch und psychisch an meine Grenzen kommen, je mehr ihr mich rumschäucht, desto mehr kann ich von mir behaupten, belastbar zu sein und alles durchgestanden zu haben!" (so in etwa, natürlich unterlegt mit gaaaaanz vielen dreckigen Worten...).
Das erste Schießen stand an: Wir hatten noch das alte G3. Wer sich damit auskennt, weiß, dass wenn man es nicht vernünftig gegen die Schulter hält, ein derber Rückstoß das Gesicht maltretiert. Natürlich passierte es bei mir. Darauf hatte ich dann jedes Mal, wenn wir wieder gefechtsmäßig aufgerödelt zur Schießbahn liefen, große Angst davor. Ich habe mich dazu gezwungen- ich bin quasi über meinen Schatten gesprungen, um mir persönlich etwas zu beweisen. Irgendwann hatte ich den Dreh raus und war einer der besten Schützen in meinem Zug, was mich sehr stolz machte.
Irgendwann stand "HiBa" auf dem Ausbildungsplan. Wir wussten nicht, was wir uns darunter vorstellen konnten. Dann- eines morgens kam der Spruch "man reicht Ihnen den kleinen Finger und Sie nehmen die ganze Hand!" Einige von uns hatten es mit dem Alkohol "etwas" übertrieben. Für die Ausbilder natürlich ein willkommener Anlaß um uns in die "HiBa" einzuweisen. Also Rucksäcke auf, Waffe empfangen und mit vollem Marschgepäck zur "HiBa" gejoggt. Das Marschgepäck ingesamt, mit G3, Rucksack, Koppel, etwa 30 Kilo, wenn ich mich recht entsinne (ich weiß es halt nicht mehr so genau). Der Höllentag fing somit schon richtig bescheiden an. Auf der "HiBa" angekommen mussten wir mit Schrecken feststellen, dass wir auf einer Hindernisbahn standen, wie man sie nur aus dem Fernsehen kannte. Zu allem Übel machten wir nach diesem "lockeren" Lauf noch ein Aufwärmtraining mit der Waffe. Der Junge neben mir kollabierte und kam in den Sanitätsbereich. Danach sind wir ein paar Mal über die Hindernisbahn, hin und zurück, in allen möglichen Varianten. Man, war ich hinüber... Unser Zugführer war, als wir wieder in der Batterie ankamen, sichtlich erheitert, ich will sogar schon sagen "stolz". Wir bekamen also ein Fußballspiel "geschenkt" und verloren gegen den ersten Zug, was uns natürlich- mit neu gewonnenem Einheitsgefühl- total mitnahm.
Irgendwann lernten wir, wie man richtig kriecht. Leider habe ich den Fehler gemacht, mein Gewehr falsch angelegt zu haben und das Magazin schlug gegen meinen Oberarm, Innenseite. Ich merkte es kaum, der Adrenalinspiegel war einfach zu hoch. Als es mir mittags nach dem Duschen auffiel, stand auch rein zufällig mein Gruppenführer in der Stube und staunte nicht schlecht über den blau angelaufenen Arm. Es tat zwar höllisch weh, aber ich habe dennoch weiter gemacht. Ein typischer fetter blauer Fleck halt (da habe ich noch ein Foto von, vielleicht kann ich es irgendwann mal einscannen).
Nach dieser Vorbereitung war die Rekrutenbesichtigung ein ziemlicher Klacks. Sie erstreckte sich über einen 12 Km Marsch in voller Marschausrüstung und viele Stationen, u.a. ein dreitägiges Biwak. Eine Station durfte ich führen. Ich weiß es noch ganz genau. Ich lief nebenher, die Gruppe lief in Schützenreihe. Auf ein Mal MG-Feuer von vorn. Ich schrie die Leute in Deckung und versuchte Herr der Lage zu werden. Ich habe die Situation erörtert und versuchte die Leute da rauszuholen. Ich war zu leise. Keiner hörte mich. Dann übernahm wieder der Gruppenführer. Ich war traurig, einfach nur betrübt und traurig, denn ich wusste, was zu tun war, aber ich konnte es nicht preisgeben.
An einer anderen Station lief ich voran. ABC-Ausbildung. Ich überhörte die MP-Schüsse und lief noch etwa 200 Meter weiter. Dann drehte ich mich um und alle lagen auf der Erde- außer mir. Gruppenführer tat so, als ob er sauer war. Man merkte, dass er sich innerlich amüsierte. Als "Wiedergutmachung" sollte ich ihm gefechtsmäßig die Feldmütze eines anderen Fähnrichs besorgen. Ich wusste ja, dass wenn ich es nicht täte, es sowieso keine Konsequenzen geben würde. Also dacht ich mir, "Du Arschloch, das kannst Du gern haben!" Er rechnete niemals damit, dass ich es wirklich tun würde.
Am nächsten Tag bekamen beide Züge der Batterie eine Exkursion über Sprengfallen von einem Oberfeldwebel. Der war total lustig, war aber bei den anderen Dienstgraden ziemlich unbeliebt. Die Fähnriche (mein Gruppenführer und mein "Opfer") standen in größerem Abstand dahinter und daneben. Ich saß in meiner Gruppe etwa 10-15 Meter weiter weg. Ich glaubte, dass ich mich nicht trauen würde, dem Wichtigtuer seine dämliche Mütze zu klauen. Dann dachte ich mir noch "entweder jetzt oder nie, eine bessere Gelegenheit würde sich nicht bieten". Also sprang ich auf und sprintete auf den total verdutzten Fähnrich zu. Der Oberfeldwebel wurde still, weil er nicht realisierte, was gerade in dem Augenblick passierte. Meine Gruppe fing an zu jubeln, denn sie wussten ja als Einzige der beiden Züge, worum es ging. Dann sprang ich vor dem Fähnrich her, riss ihm die Mütze vom Kopf und die ganzen Rekruten der Batterie schrien. Es war ein geiles Gefühl. Nachdem ich die Mütze also in der Hand hatte, sprintete ich zu meinem Gruppenführer: "Herr Fähnrich, Kanonier B., melde Auftrag ausgeführt!" Er bekam große Augen und fing an zu lachen. Der andere Fähnrich fand es nicht wirklich witzig. Aber mein Gruppenführer ging sofort zu ihm und dem Oberfeld und klärte sie auf, worauf alle lachen mussten. Damit hätte wirklich niemand gerechnet.
Irgendwann war die Grundausbildung dann vorbei. Ich wurde in die Logistikabteilung des Panzergrenadierbataillons versetzt. Ich hatte einen sehr netten Vorgesetzten. Bis auf die Uniform und die Stuben- und Revierreinigung erinnerte nichts mehr an die Bundeswehr- es war ein Job wie jeder Andere auch. Wir trafen uns oft gemeinsam zum Saufen, haben Netzwerk gespielt und waren auf einem Übungsplatz sogar im Heidepark. Er sah zu, dass wir, solange unser Wehrdienst noch anhielt, so viel wie möglich zu sehen bekamen. Wir durften hinterher eigentlich alles machen, dem KSK beim Training zuschauen, mit den Kampfkompanien im Panzer mitfahren, haben viele Gefechtsschießen mitgemacht...
Ich kam dann irgendwann zu der Ehre, von meinen Mannschaftskameraden zur Vertrauensperson der Kompanie gewählt zu werden. Somit hatte ich mit dem Chef und dem Spiess ziemlich viel zu tun. Ich kam super mit denen zurecht. Ich bekam auch viel mehr Einblicke in die ganze Materie. Hautnah bekam ich mit, wie die Soldaten für den KFOR Einsatz ausgebildet wurden. Ich sah auch viele dumme Leute, die sich im Zivilleben wohl nicht behaupten können. Aber ebenso viele Leute, die einfach total in Ordnung waren und zu denen ich jetzt, nach über fünf Jahren, noch Kontakt habe.

Sicherlich ist vieles, was in der Bundeswehr läuft, nicht sehr vorbildlich. Es sind Menschen, wie jeder Andere auch. Und es ist eine Behörde, die nach Recht und Gesetz handelt. Da passieren Fehler und Lob gibt es so gut wie nie. Dennoch kann ich mich immer noch total damit identifizieren (<-- was ich in wohldurchdachter Überlegung schreibe). Für viele nicht nachvollziehbar, aber ich habe größtenteils sehr gute Erfahrungen dort machen dürfen, ich habe sehr viel gelernt, bzw. aufgefrischt, was ich bei manchen Mitmenschen vermisse, ein paar Beispiele nachfolgend:
- alte Tugenden (Zuvorkommen, Zusammenhalt, Hilfsbereitschaft...)
- wie wertvoll einfache Kleinigkeiten sind, die für jedermann selbstverständlich sind
- usw.

Der Auftrag der Bundeswehr ist klar, dazu gehört auch die Ausbildung von Wehrpflichtigen.Das ist gesetzlich geregelt. Formell kann man auch nicht sagen, dass die Bundeswehr verschenkte Zeit ist. Wer z.B. im öffentlichen Dienst arbeitet (wie ich), kann sich die Zeit anrechnen lassen. Kompanien, die im Ausland sind, haben in der Regel keine Wehrpflichtigen, höchstens "daheim". Sie üben für den Ernstfall. Wer in einem Büro arbeitet, der weiß, dass es Phasen gibt, in denen einfach nur Däumchen gedreht wird. Ebenso ist es in der Bundeswehr auch. Aber wenn manche Leute (nicht hier) sagen, dass man dort den ganzen Tag nichts tut, dann finde ich es traurig.

Just my 2 Cents
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  #11  
Alt 27.09.2007, 21:27
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Standard Re: Zivi VS. BW

@ KSV

Netter Text und schön geschrieben.Hab mir gerade alles durchgelesen,gefällt mir echt gut mal einen persönlichen "Testreport" zu kriegen

Scheinst ja echt ne gute Zeit gehabt zu haben,hab aber wie gesagt auch schon leider von vielen gehört, das es eher für den Arsch war dort.

Aber trotzdem nochmal danke für den Text
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  #12  
Alt 27.09.2007, 23:13
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Standard Re: Zivi VS. BW

aufjedenfall n netter Text.

Ich denke aufjedenfall das man sowohl beim Zivi als auch beim Bund Erfahrungen sammeln kann, die einem fürs Leben helfen, bzw. nützlich sind.
Wenn man sich auf die jeweilige Situation einlässt und nicht mit der Einstellung "möglichst wenig tun, möglichst nur rumsitzen,
und 9 Monate 24 Stunden Freizeit" an die Sache rangeht".
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  #13  
Alt 28.09.2007, 00:43
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Standard Re: Zivi VS. BW

@ KSV schöner Text stimm ich den anderen zu! Aber vergesst bitte nicht das es dort auch anders aussehen kann so wie bei mir! Es gibt Leute die können sich den ganzen Tag dumm anmachen lassen! Ich gehöre aber nicht dazu wenn mir wer ans Bein Pinkelt bleib ich nicht cool!!! Das kann ich nicht udn sowas geht mir ziemlich gegen den Strich. Vorallem behaupte ich ein sehr Starken gerechtigkeits Sinn zu haben und was da abging bei mir war teilweise schon sehr krass sich hab auch Kerle weinen sehen! Mit 15 hab ich damals meine Ausbildung in der Gastronomie begonnen udnd a herrscht ein rauher Ton und es ist wahrlich ein Knochenjob! Mit 18 habe ich eine Renomierte Küche selber geführt!!! Das war Zeitverschwendung für MICH! Durch meine Berufsausbildung ahbe ich schon massig Selbstvertrauen sowie durchsetzungsvermögen ( es ist nicht einfahc wenn du 18 bist und die Küche schmeißt zwischnedrinne kommen Lerhlinge Praktikanten die älter sind als du null ahnung haben und dann meinen " hey ich älter also sei still" Da MUSSTE man sich durchsetzen sonst herscht Chaos in der Küche!). Aber zurück zum Thema. Ich akzeptier die Leute die dort schöne Erinnerungen haben.. udnd afür freue ich mich das es auch anders aussieht! Es gibt aber Kasernen in Deutschland da läuft eine menge schief. Die Leute wurdne peinlichst Schikaniert ect. und in solchen momenten krieg ich das kotzen... und das war schon Tagesordnung. Durch meine Körperlichekonstitution hatte ich weniger durchzustehen bis kaum... andere die ihr Gepäck gerade mal Tragen konnten wurden zur Sau gemacht und öffentlich schikaniert so a la "ihr seit dran schuld das der Zug so scheiße ist".. das kotze mich an.

Mein Einführungstag in der Küche (verwendung logischerweise Koch ..Offizierskasino) war ein schlechter schertz!
"SIE sind also die Wurst der mir hier nas Beinpinkeln will und meien Job möchte was.... SIE würstchen..."
dabei kam ich nur in die Küche und hab nichts gesagt NICHTS! Ich hab mir erlaubt ihn ebenfalls Würstchen zu nennen...und hab dabei erwähnt das wenn ich ihm ans Beinpiss er das schon merken würde"!
Tja großer Fehler wie sich jeder denken kann... zum glück kam ich 4 Tage später rauß.
Und ich hab dort vieles erlebt was man sich so wohl kaum vorstellen kann!

Und nochmals meine Antwortliste soll nicht irgendwie was hervorstechen oder schlehct machen. Wenn du es so sehen möchtest.. dann seh es so

Gruß

Vali

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"Sorge dich nicht Lebe!!!(Dale-Carnegie)"

"Widme dich der Liebe und dem Kochen,..mit ganzem Herzen(Dalai Lama)"

"Fortschritt ist sehr wichtig und aufregend, außer beim essen (Andy Warhol)"

"Im Job geht es nicht darum liebgehabt zuwerden..sondern um Respekt!"

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  #14  
Alt 28.09.2007, 13:57
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seal eine Nachricht über AIM schicken
Standard Re: Zivi VS. BW

wie viele ja wissen hab ich ein fsj in brasilien gemacht....
bund kam für mich nicht infrage. ausgemustert werden wollte ich auch, habs aber nicht geschafft, und bin jetzt verdammt froh drüber...

leute, lasst euch nicht mit absicht ausmustern...ich verpasst da jahr eures lebens!! so wärs bei mir zumindest gewesen!

seal.
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  #15  
Alt 28.09.2007, 15:38
Benutzerbild von matten
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Standard Re: Zivi VS. BW

um das nochmal klarzustellen:

ich bin der ansicht, daß die bundeswehr, auch in friedenszeiten, einen sinn hat. die vom oderbruch betroffenen leute waren mit sicherheit froh, daß es eine wehr gibt.

ich persönlich passe aber einfach nicht zu dem verein - wenn ich allein an die situation vor dem musterungsausschuß denke, wo mich der typ angeschrien hat, so sehe ich einfach nicht ein, daß er dazu auch nur das geringste recht hat.

wie dem auch sei - dahingehend muß halt jeder selber wissen, ob ihm soetwas recht ist oder auch nicht.

-->

weil hier ja schon die sprache auf die elterngeneration kam:

mein onkel war einer der ersten zivis damals. er mußte seine verweigerungsbegründung noch vor einem mehrköpfigen gremium verteidigen. so einfach wie heute wurde es einem früher halt nicht gemacht.

mein vater war beim bund und hat sich auf eine andere art und weise damit angefreundet. er erzählte mir mal folgendes:
während seine kameraden fleißig ihre übungsmunition verschossen haben, hat mein alter herr das zeugs in einen busch geworfen. als die anderen dann ihre flinten geputzt haben, hat er sich nur ins fäustchen gelacht.
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