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Sport & Lebensphilosophie

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  #1  
Alt 13.07.2009, 18:36
MC-User
 
Registriert seit: 06.06.2009
Beiträge: 136
Standard Sport & Lebensphilosophie

Guten Abend, liebe Forengemeinde!

Da sich hier im Forum doch zahlreiche interessante und erfahrene Individuen mit unterschiedlichsten Backgrounds, Erfahrungen und Trainingssystemen/-zielen aufhalten finde ich es an der Zeit, die Frage nach der Philosophie bzw. dem Selbst- und Weltbild zu stellen, dass euch im Alltag sowie bei Training und/oder Wettkämpfen antreibt? Was ist eure Motivation, euch "zu quälen"? Sind eure sportlichen Ziele eingebettet in ein größeres Ganzes (wunderlich wäre es, wenn dem bei irgendeinem nicht so wäre). An euren Ansichten und Meinungen hätte ich großes Interesse. Desweiteren denke ich, dass man so sehr viel mehr übereinander bzw. voneinander Lernen kann, nicht nur in Bezug auf Sport, sondern auch auf die mentale Komponente, die dahintersteht.

Mein persönlicher Anreiz ist zum einen meine pantheistische Weltanschauung und zum anderen die pure Befriedigung, die ich aus der "Benutzung und Versorgung" meines Körpers als mein "irdisches Fahrzeug" ziehe. Ich glaube an die Präsenz des göttlichen in allem- so auch in meinem Leib. Ihn zu kräftigen, zu formen und zu der Form zu führen, die er (meiner Überzeugung nach) für das Leben, das ich anstrebe, braucht, ist mir ein großes Anliegen.
Ich versuche, der Schöpfung mit Achtung und Sorgfalt zu begegnen. Das ist meine Art, sie zu würdigen und in einen direkten Dialog mit dem göttlichen in der Welt zu treten, das ich als eine unpersonifizierte, spirituelle Kraft auffasse, die immanent und omnipräsent ist.

Auf eure Ideen, Gedanken und Ansichten bin ich sehr gespannt!


Grüße

Ishyros
__________________
Fehlendes Bewusstsein ist die Mutter von Ignoranz, physischer und mentaler Schwäche sowie der Keim alles verzehrenden Hasses. Wo Bewusstsein herrscht, dort ist der Weg... ihn zu gehen ist die höchste Würde jedweden Wesens.
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  #2  
Alt 13.07.2009, 19:31
Benutzerbild von de-fortis
Administrator
 
Registriert seit: 19.03.2005
Ort: Sachsen-Anhalt
Beiträge: 10.435
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Standard AW: Sport & Lebensphilosophie

Eine sehr komplexe Frage die du da stellst, die so einfach nicht beantwortet ist. Ich war ganz früher in der Schule ein relativ schlechter Sportler, der typische "wird-zuletzt-in-Mannschaften-gewählt"-Junge. Ich hatte schon immer ein leichtes Problem mit Wut, teilweise unbegründet und in der Pubertät auf seinem Zenith. Seit nun mehr 9 oder besser 10 Jahren trainiere ich mit dem Eisen. Was am Anfang noch als Spielerei mit schweren Metallteilen die wir uns vom Schrottplatz besorgten begann, entwickelte sich zu einem festen Bestandteil meines Lebens, für mich ist Bodybuilding kein Klischee und ganz bestimmt kein oberflächliches Gepumpe. Ich bemerkte schnell das ich Kräfte in mir habe, die nur darauf warteten freigelassen zu werden und so kompensiere ich die immer noch oft in mir aufsteigende Wut mit einem intensiven Kick-Ass-Dreckssau-Workout. So habe ich gelernt die innere Wut und den Zorn sinnvoll und vor allem effektiv zu nutzen. Zusätzlich fehlt mir der innere Schweinehund, ich habe recht schnell begriffen das ich mir den Hintern aufreissen kann und selbst da noch weiter mache wo andere längst aufgegeben hätten. Ohne Training fehlt etwas und ich wäre sehr unglücklich und selbst mit meinen viele Beschwerden und Verletzungen trainiere ich so, wie es mir möglich ist. Neben dem Training ist auch die Ernährung zum Hobby geworden, der Stil so zu Leben und nicht wie 90% der Bevölkerung hebt einen von der Masse ab und das gefällt mir und spiegelt sich ebenso in meinen weiteren Interessen wieder.

Bei der Frage nach meinem Antrieb bzw. was mich dazu treibt: ohne wäre ich wohl nicht ausgelastet, ich brauche das Gefühl der totalen Erschöpfung, es fühlt sich einfach nur gut an wenn selbst die Wasserflasche nicht richtig zum Mund geführt werden kann weil Schultern und Arme einfach nur platt sind oder wenn Treppensteigen schonmal doppelt so lang dauert weil die Quads es einfach nicht mehr schaffen....

Alles in allem kann ich ohne Sport nicht 100%ig glücklich sein, er ist ein Teil von mir und wird es immer sein.
__________________
Wenn mich die Mehrzahl für nicht normal hält, dann mache ich alles richtig.

de-fortis Livespill
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  #3  
Alt 13.07.2009, 23:30
Benutzerbild von Insomnia
MC-User
 
Registriert seit: 19.07.2008
Ort: Hamburg
Beiträge: 1.575
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Standard AW: Sport & Lebensphilosophie

Ich habe zur Zeit zwar eine öffentliche Schreibblockade was private Belange angeht, kann mich diesem Thema aber nicht enthalten, da Sport mein Leben bestimmt, mein Leben ist.

Die Motivation liegt tief in mir begraben, sie ist immer da. Immer! Und oft muss ich sie zügeln, weil mein Körper schlicht nicht nachkommt und nun mit den Jahren auch anfälliger geworden ist.

Nichts desto trotz bereitet es mir einfach Freude, mich komplett auszupowern.

Ich brauche das Gefühl, die Selbsterkenntnis, mich zu 100 % auf mich verlassen zu können. Die Gewissheit dessen fand ich im Sport. Genau an dem Punkt, wenn du denkst, es geht nichts mehr...wirklich nichts mehr....und du machst einfach weiter, fast wie von Sinnen...aber die Kugel dreht sich weiter...es geht immer weiter.....

Diese Erkenntnis ins Leben zu übertragen hat mich schon manche Hürde nehmen lassen, die das Leben mir auferlegte.

Davon aber unabhängig gehört der Sport zu mir, wie das Wasser aus dem ich zu ca 70 % bestehe. Es geht nicht ohne.

Ich hatte unfreiwillige Phasen ohne Sport....die mir klar aufzeigten, dass ich so nie auf Dauer leben könnte, weil ich nicht glücklich war. Ganz im Gegenteil!

Wie forti habe ich gelernt, die mir inne wohnende Energie sinnvoll zu nutzen. Und das tue ich jeden Tag....mit Spaß an der Sache. Und einen Schweinehunde besitze ich auch nicht.

Ich bin in letzter Zeit oft mit dem Thema Wettkampf konfrontiert worden, gerade weil ich so viel trainiere. Ich werde oft gefragt, warum ich nicht endlich mal an einem teilnehme.

Die Antwort ist einfach: Mir ist das Training an sich wichtig, der Wettkampf steht an zweiter Stelle. Ich brauche ihn nicht zur Motivation.
Ich möchte trainieren, mich auspowern und das am liebsten an jedem Tag....

Und dennoch, oder gerade deswegen werde ich Wettkämpfe bestreiten und bin sehr gespannt, was das in mir auslösen wird.
Ich denke, es wird eine entscheidende Richtung einnehmen und es wird mich packen wie nur was.
Schlussendlich will ich mich auch verbessern.

Ich bin wie immer für alles offen, was immer da kommen mag....
__________________
Mein Log

Finding Beauty in negative Spaces --(SEETHER)

Geändert von Insomnia (14.07.2009 um 00:17 Uhr).
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  #4  
Alt 14.07.2009, 09:13
Benutzerbild von kecks
Stammuser
 
Registriert seit: 24.03.2007
Ort: München
Beiträge: 2.677
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Standard AW: Sport & Lebensphilosophie

...siehe Sig.
__________________
Ich bin für den Sport, weil und solange er riskant (ungesund), unkultiviert (nicht gesellschaftsfähig) und Selbstzweck ist. (Bert Brecht)
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  #5  
Alt 14.07.2009, 12:06
Benutzerbild von Eisenfresser
Moderator
 
Registriert seit: 29.01.2009
Ort: Land Brandenburg/ bei Berlin
Beiträge: 22.788
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Standard AW: Sport & Lebensphilosophie

Als ich das erstemal meine Muskeln gezielt trainierte (ich glaube da war ich ca. 14 Jahre alt),
war das MEIN Sport und ich war süchtig danach...

Richtig legte ich dann aber erst mit ca. 16/17 Jahren los...

Ich habe viele versch. Sportarten betrieben, Kampfsport und Mannschaftssportarten...
Was dabei immer gleich war...vor dem Training hatte ich wenig Bock, mußte mich zum Training zwingen,
beim Training mußte ich mich meißt auch quälen, nur danach fühlte ich mich geil...

Beim Muskeltraining war das von anfang an IMMER anders...
Ich bin schon kribbelig und voller Vorfreude, wenn ich zum Training fahre,
genieße mein Training und muß mich zwingen aufzuhören,
nach dem Training bin ich voller Endophin, könnte die Welt umarmen, bin richtig euphorisch!!!

Das allein zeigt mir, dass dies einfach mein Sport ist bzw. das ich das Glück hatte,
MEINEN Sport zu finden!!!



Trotzdem muß ich ganz klar sagen, dass mit Sicherheit ein Teil meiner Motivation von Komplexen genährt wird!!!

Ich war früher IMMER der Kleinste und Schmächtigste in der Schule,
ich war trotzdem ein guter Sportler und wurde respektiert,
in den letzten Schuljahren vor allem aufgrund meiner Boxerei,
ABER ich fühlte mich immer klein und schmächtig...

Dann trat ED in mein Leben, als Freund/Lebensgefährte meiner Schwester
und somit der erste Bodybuilder in meinem Leben, ich hatte bis dahin nie sowas Krasses gesehen,
ED war damals 100% BB und sah KRASS aus
Das Geile war, dass sein Zwillingsbruder damals auch trainierte und
Beide aussahen wie die Babarian-Twins!!!

Ab diesem Zeitpunkt war für mich klar, ich wollte auch so ein Viech werden
und mich aufgrund einer überdurschnittlichen Muskelmasse von der "Masse" abheben!!!

Leider trennten sich ED und meine Schwester (ich war damals glaube ich ca. 12 Jahre alt,
ED war damals die Bezugsperson bzw. der Orientierungspunkt in meinem Leben)
und ich verlor ED aus den Augen...

Totzdem nährte mich weiterhin der Wunsch nach Muskeln, quasi ED`s Vermächtnis
und ich begann dann im Alter von ca. 16/17 Jahren mit Bodybuilding...

Mitte 20 traf ich dann wieder mit ED zusammen und seitdem sind wir BESTE Freunde und Trainingspartner!!!
Der Held meiner Kindheit ist jetzt mein bester Freund und Trainingspartner,
damit hätte ich NIE gerechnet!!!


Mein Komplex, zu klein, zu dünn, zu schmächtig zu sein,
war dann irgendwann vor ein paar Jahren natürlich nicht mehr vorherrschend,
klar, bin ich seit einigen Jahren nicht mehr wirklich schmächtig bzw. zu übersehen,
diese Grundangst quält mich aber trotzdem noch ab und an...


Als ich dann vor ein paar Jahren zum Kraftsport wechselte, war der Hauptgrund,
dass ich merkte wie motivierend das Stärkerwerden sein kann, eine unheimliche starke Macht!!!

Nach Jahren mit Bodybuilding war klar, so ein richtiges Viech würde, zumindest bei mir,
die Verwendung der chem. Keule nötig machen...
Probiert habe ich natürlich, aber da das kein Weg für mich war/ist,
kam mir der Wechsel zum Kraftsport mehr als gelegen,
denn meiner Erfahrung nach kann man sich kraftmäßig, NATURAL, mehr
und schneller von der Masse abheben, als allein durch Muskelmasse!!!
Jedenfalls ist das bei mir ganz klar der Fall!!!

Die Masse kam ja trotzdem immer etwas mit...



Bedingt durch meine "Neurose" gab es bisher immer mal wieder "Pumpphasen",
Zeiträume wo ich zu meinen Wurzeln zurückkehrte...

Bisher kam ich dann irgendwann immer wieder zum Kraftsport zurück...
(...bin jetzt seit ca. 8 Wochen, nach einer längeren Pumpphase,
wieder recht konsequent am Krafttraining dran...mal sehen wie lange...)







Gruß Eisi
__________________
"Nichts ist so wichtig, dass sich dafür eine Beeinträchtigung meines Wohlbefindens lohnen würde."
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Weiterführende Informationen:
  #6  
Alt 15.07.2009, 01:26
Benutzerbild von matten
Co-Madministrator
 
Registriert seit: 15.03.2006
Ort: bielefeld
Beiträge: 6.316
Standard AW: Sport & Lebensphilosophie

oh mann, meine lebensphilosophie möchte ich hier jetzt wirklich nicht großartig ausbreiten - nur soviel; als bekennender diskordianer (oder auch nicht) stehe ich dem göttlichem (in der welt oder auch in uns selbst) nicht nur mit einer gewissen skepsis gegenüber, sondern betrachte es oftmal in einem eher sarkastischen oder ironischen blickwinkel. ich sehe da etwas, aber ob mir dieses etwas gefällt kann ich nicht so recht sagen und vorallem sehe ich nicht etwas unfehlbares oder heres, sondern eher etwas, daß nicht weniger schwächen aufweist als das einzelne individuum.

zu der sportphilosphie:

es ist lange her, daß ich mit der geschichte angefangen habe und die motive, die mich bei der stange gehalten haben unterlagen einem wandel. wo am anfang, wie bei eisi oder vielen anderen auch, der wunsch stand "etwas her zu machen" kam später die erkenntnis dazu, daß man durch einsatz etwas erreichen kann. das war für mich eine wichtige erfahrung, die ich in der folge und auch heutzutage noch versuche auf andere gebiete zu übertragen.

ein verdammt wichtiges element der sportlichen tätigkeit, als auch der motivation zu dieser, ist heutzutage einfach, daß mir sportliche tätigkeit vorallem sehr gut den kopf frei macht. es hat etwas meditatives für mich, mich zu schinden und währenddessen und auch hinterher ist der kopf freier und die sorgen verlieren an gewicht.
__________________

------------------------------------------------------------

"Das Leben ist ein Witz im Allgemeinen auf Kosten des Besonderen" (R.Shea u. R. Wilson)

Pincipia Discordia

Der Verein
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  #7  
Alt 15.07.2009, 21:48
Rina
Gast
 
Beiträge: n/a
Standard AW: Sport & Lebensphilosophie

Meine Lebensphilosophie, recht kurz in Stichworten -anders sprengts den Rahmen-:
- keine Jagd nach irdischen Gütern....bin zufrieden, mit dem was ich habe..besitze ein Häuschen, ja, aber nur damit ich mit meinem Hunderudel so leben kann, wie ich mag.....bin niemandem Rechenschaft schuldig, wieviele Hundeoder warum ich des Nachts aufs Laufband gehe oder Klavier spielen will.....ansonsten Markennamen, Geschirr,Auto alles zweckmäßig...

- versuche,von niemandem abhängig zu sein....bin gerne alleine und habe so viel,das Beschäftigung lohnt....keine Angst zu haben vor emotionalem Druck,Entzug von Gefühlen.....wenn da, schön, wenn nicht, auch gut!

- möchte innere Ausgeglichenheit erreichen und bin fortgeschrittener drin..kann besser loslassen

-Mut und Stärke,Zivilcourage zeigen, wenn nötig..situativ
-meinen Geist und Wissen weiterbilden...lernen...
-
mich nicht verleugnen müssen....akzeptiert mich,wie ich bin,das bin ich!
-neugierig aufs Leben bleiben....
- meine Verbundenheit zu Hunden intensivieren...noch mehr.....
-mehr verwandte Seelen kennenzulernen

Meine Sportphilosophie ist schneller beschrieben:
Wir haben eine wunderbare,leistungsfähige Maschine - unseren Körper - geschenkt bekommen.
Dafür tragen wir Verantwortung.Ihn zu hegen,zu pflegen, zu fordern....
Hartes Training ist für mich lebensnotwendig.
Körperlich brauche ich die Anstrengung,das Streben nach Mehr....
dieses herrliche Gefühl, etwas körperlich erreicht zu haben...geschwitzt zu sein....müde zu sein vom Trainieren ist herrlich, so gesund,natürlich....
so urtümlich..
Das Laufen befreit mir den Kopf, läßt meinen Geist schweifen....gibt mir Ruhe und Frieden....

Motivieren muß ich mich nie zum Sport.Im Gegenteil, eher bremsen....
ich brenne aufs Training...gehört zu den Highlights meines Lebens.....
auch nach 30 Jahren...
Ich sage manchmal meinem Spiegelbild,wörtlich "danke,Körper, daß du dies alles leistest! Ich danke dir!"

Mein Sport stabilisiert mich mental......hat mich in 2 schweren Lebenskrisen oben gehalten.
Er ist ein Korrektiv meiner Seele und Persönlichkeit,meiner Kraft...oft eine Katharsis.
Ich brauche ihn.



Rina!

Geändert von Rina (16.07.2009 um 11:24 Uhr).
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