(Knie)schmerzen loswerden: Laufen, beugen oder strecken tun dir weh?

“Aua”. Schon wieder tut dir dein Knie weh.

“Verdammt!”, denkst du dir. Vielleicht hast du jetzt 2 Monate aufs Laufen verzichtet und generell aufgepasst was wehtut.

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Vielleicht lässt du seit 6 Monaten Kniebeugen und Kreuzheben komplett weg. Irgendwann wird es ja hoffentlich weg sein.

Aber jedes Mal, wenn du wieder etwas länger läufst oder deine Knie belastest es weh.

Das verrückte an Schmerz ist: wir denken, dass da was sein muss. Der Alarm wird ja nicht ohne Grund angegangen sein. Irgendwas ist da kaputt. 

Du hast Angst und wirst vorsichtiger. Vielleicht ist die Sehne chronisch entzündet. Jede zu große Belastung könnte es wieder schlimmer machen.

Stell dir vor, du könntest wieder schmerzfrei deinen Sport machen. Du würdest wie früher einfach laufen oder Gewichte stemmen und wärst dir sicher, dass alles in Ordnung ist.

Das geht, wen du folgende Punkte verinnerlichst:

  1. Schmerz ist eine fehleranfällige Alarmanlage
  2. Operationen haben oft nur Placebo Effekte
  3. Schmerzen kannst du “wegsensibilisieren”
  4. Kümmer dich um dich & deine Gesundheit
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Schmerzen sind wie eine Art Alarmanlage. Auch ohne körperliche Schäden schlägt diese Alarmanlage manchmal aus

Die Knie sind sehr stark. Auch wenn du mal krumm läufst, hinfällst oder springst – das verkraften die alles.

Anhaltender Knieschmerz (d. h. nicht direkt bei/kurz nach einem Unfall) ist vor allem ein Prozess im Gehirn.

Denn: Heilung ist eine unaufhaltsame Gewalt deines Körpers. Spätestens nach 6 Monaten und oft schon nach wenigen Wochen ist wieder alles geheilt.

Unser Gehirn wird auf einmal richtig sensibel für das Knie – und interpretiert die Ruhesignale die hochgeleitet werden als Gefahr.

Informiere dich über Operationen

Die Forschung zeigt – was bringen Operationen?:

In einer Placebokontrollierten Studie wurde die Fragestellung untersucht ob Knieoperationen bei Arthrose überhaupt gegen die Schmerzen helfen. Dabei wurden 180 Patienten entweder nur die Haut am Knie angeschnitten oder sie wurden wirklich operiert. Nach der Operation hatten sie keine Ahnung was bei ihnen durchgeführt wurde.

Das Überraschende daran? Es gab keinen Unterschied zwischen den beiden Gruppen. Auch 2 Jahre später gab es keinen signifikanten Unterschied bezüglich Schmerz, Beweglichkeit und Funktion.

Und über die Jahre konnte auch bei anderen Operationen gezeigt werden, dass sie keinerlei Wirkung haben. Seien es Ellenbogen oder Wirbel, oder das Abschaben vom Gewebe vs. das Wegbrennen der Nerven – nichts davon hatte einen Effekt auf das, was einem Patienten wichtig wäre.

Das bedeutet auch gleichzeitig: Man kann sehr viel an deinem Körper verändern – viel tun bringt es aber nicht um sich wieder schmerzfrei bewegen zu können. Denn da Schmerz im Gehirn sitzt, solltest du dort auch ansetzen.

Wie veränderst du jetzt was im Gehirn?

Schmerzen “wegsensibilisieren”: etwas im Gehirn ändern

Um das zu ändern, kannst du jetzt:

  1. Verstehen was Schmerz wirklich bedeutet: Schmerz ist ein Signal deines Gehirns, dass dich auch z. B. auf Stress hinweisen kann. Es kann alles sicher und stabil sein und trotzdem tut es mal weh.
  2. Die richtige Dosis Schmerz trainieren (“Desensibilisieren”) – das funktioniert zuverlässiger mit Betreuung durch einen guten Therapeuten. Hier geht es vor allem darum Fehler Nummer 1 (“zu wenig Belastung”) und Fehler Nummer 2 (“zu viel Belastung”) zu vermeiden.

Nicht Fehler Nummer 1 machen: “Zu viel Schonung”, d. h. gar keinen Schmerz spürst, weil du den Schmerz komplett vermeidest und dich immer weiter einschränkst

Und nicht Fehler Nummer 2 machen und zu viel belasten: “Durch den Schmerz kämpfen” – wenn du am selben Tag oder am nächsten Tag eine “Schmerzspitze” erlebst, hast du es übertrieben.

Knieschmerzen schnell loswerden Massage

Je mehr du dich über Schmerz informierst, desto ruhiger und sicherer wirst du dich fühlen. Das schwächt die Verbindung von “Schmerz” = “Etwas ist kaputt” immer mehr in deinem Gehirn.

Kümmer dich um dich & deine Gesundheit (für eine schnellere Heilung und gefühlte Kontrolle)

Um deine Regeneration und Heilung zu beschleunigen gibt es noch sehr viel mehr was du tun kannst. Das, was für dich sinnvoll wäre, hängt vor allem daran was dich wie stark belastet.

Bist du ständig gestresst? Fehlt dir das richtige Umfeld? Bist du in einer für dich nicht richtigen Partnerschaft? Bist du übergewichtig? Machst du keinerlei Sport?

Für all das gibt es Lösungen. Informiere dich, wäge deine Optionen an und fang an umzusetzen. Wie man dauerhaft etwas ändert, auch wenn es oft nicht geklappt hat behandele ich in meinem Buch “Automatisch Abnehmen” ausführlicher am Beispiel Abnehmen.

Informieren lohnt sich, denn es gibt oft viel leichtere oder schnellere Wege zum Ziel. Wenn du z. B. übergewichtig bist (ein zu hoher Körperfettanteil) dann kannst du auch sehr schnell Fett verlieren. Ja, richtig gehört: Entgegen der häufigen Behauptung man solle unbedingt langsam abnehmen und Crash Diäten vermeiden – es geht, wenn man es richtig macht.

Mehr in diesem Artikel zum Thema schnell abnehmen, in dem du rausfindest, ob es etwas für dich ist und wie du es gesund machst.

Das bringt dir zum einen etwas direkt für deine Schmerzen, indem dein Körper und Gehirn schneller regenerieren und lernen können. Zum anderen zeigt es dir, dass du die Kontrolle über deine Probleme hast – du bist nicht hilflos.

Sich in Kontrolle zu fühlen ist entscheidend, um über Schmerzen hinwegzukommen.

Also zusammenfassend:

  1. Verstehe wie Schmerzen funktionieren – wie wenig körperliche Beschädigung und wahrgenommener Schmerz zusammenhängen.
  2. Wäge ab, ob eine Operation wirklich sinnvoll ist (hole dir definitiv eine Zweitmeinung ein).
  3. Schmerzen können mit dem richtigen Protokoll “websensibilisiert” werden – erstelle dir eins oder lass es von einem Profi für dich erstellen & dich begleiten.
  4. Kümmer dich um dich – du hast nur den einen Körper, nur das eine Gehirn und das eine Leben. Es ist deine Verantwortung – wenn nicht du dich kümmerst, wer dann?

Das alles wird dafür sorgen, dass deine Knieschmerzen (oder andere Form von Schmerz) bald Vergangenheit sein können.

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