Detox im Trend: was bringt die Entschlackung wirklich?

Nach den Schlemmereien an Weihnachten und Neujahr stehen im Januar Detox-Kuren hoch im Kurs. Die Entschlackung soll den Körper von Giften reinigen und beim Abnehmen helfen. Doch bringt ein Detox wirklich Vorteile? Und wer profitiert davon?

In diesem Artikel zeigen wir dir, worauf du bei einem Detox achten musst und was sinnvoll ist.

Dieser Beitrag entstand in enger Zusammenarbeit mit Intervall-Fasten.net

Was ist eine Detox-Diät?

Ein Detox ist eine Entgiftungskur, um Schadstoffe auszuscheiden. Der Theorie nach begünstigen eine fett- und zuckerreiche Ernährung sowie ein übermäßiger Alkoholkonsum und Umweltgifte die Ansammlung von Schlacken in den Organen.

Fasten soll den Stoffwechsel ankurbeln und den Darm entlasten. Die Ziele sind eine schnelle Gewichtsabnahme, die Ausscheidung von Säuren und eine Stärkung des Immunsystems.

Befürworter empfehlen ein Detox auch gegen anhaltende Müdigkeit. Nachdem der Körper sich gereinigt hat, so die These, fühlst du dich viel fitter und leistungsfähiger.

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Ablauf und Dauer

Während der meisten Detox-Kuren verzichtest du auf feste Nahrung. Stattdessen gibt es frisch gepresste Obst- und Gemüsesäfte. Trinken ist sehr wichtig, aber nur Wasser und ungesüßte Tees sind erlaubt.

Tabu sind dagegen Kaffee, zuckerhaltige Getränke, Tabak und Alkohol. Eine moderate sportliche Betätigung in Form von Spaziergängen, Yogaübungen oder Schwimmen ist erwünscht, aber kein Hochleistungssport.

Die Dauer einer Entschlackungskur variiert zwischen drei Tagen und drei bis vier Wochen. Auch das Vorgehen ist nicht einheitlich. Während manche Detox-Kuren nur Getränke vorsehen, stehen bei anderen bestimmte Lebensmittel auf dem Plan.

Populäre Detox-Kuren

Detox ist nicht gleich Detox. Im Internet findest du sehr viele Entgiftungskuren mit unterschiedlichen Ansätzen.

Basenfasten

Basenfasten hat als Ziel, den Säure-Basen-Haushalt wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Der Theorie nach nehmen die meisten Menschen zu viele saure Lebensmittel zu sich. Dadurch ist der Körper übersäuert.

Während eines Basen-Detox lässt du die sauren Lebensmittel zwei Wochen lang komplett weg. Darunter fallen Fleisch, Käse, Fisch, Milchprodukte, Süßspeisen und Alkohol. Grünes Licht gibt es für basische Lebensmittel. Das sind vor allem Obst- und Gemüse, Vollkornprodukte und Hülsenfrüchte.

Ernährungsexperten bezweifeln die Notwendigkeit einer rein basischen Ernährung. In einem gesunden Körper regelt sich der Säure-Basen-Haushalt nämlich von selbst. Jedoch ist diese Diät nicht prinzipiell ungesund, da sie viel Obst und Gemüse enthält.

Heilfasten

Während des Heilfastens verzichtest du fünf bis sieben Tage lang komplett auf feste Nahrung. Neben Wasser und ungesüßtem Tee darfst du zweimal am Tag Gemüsesäfte oder eine klare Brühe trinken.

Damit der Körper sich an den Nahrungsentzug gewöhnt, gibt es vor der Diät zwei Entlastungstage. Während dieser Zeit sind nur kleine Portionen und leichte Speisen vorgesehen.

Manche Menschen reinigen vor Beginn des Heilfastens ihren Darm mit Glauber- oder Bittersalz. Während der Fastenzeit sinkt nämlich die Darmtätigkeit. Eine Entleerung zuvor verhindert Blähungen und ein Völlegefühl.

Nach dem Ende des Heilfastens solltest du nicht sofort fetthaltige, schwere Kost wie Fleisch, Pizza oder Kuchen zu dir nehmen. Obst und Gemüse sind ideal, um die Verdauung wieder an feste Nahrung zu gewöhnen.

Single-Food-Detox

Unter dieser Kategorie fallen sehr viele Detox-Diäten, die hauptsächlich auf einem kalorienarmen Lebensmittel basieren. Beliebt sind zum Beispiel:

  • das Kohlsuppe-Detox
  • die Zitronensaft-Kur (auch als Lemon-Detox und Master-Cleanse-Detox bekannt)
  • das Tomaten-Detox
  • das Banana-Island-Detox

Ob andere Speisen erlaubt sind, hängt von der Diät ab. Auch die Dauer ist je nach Kur unterschiedlich.

Detox mit einzelnen Lebensmitteln: sinnvoll oder unnötig?

Bringt ein Detox wirklich was?

Über Detox-Kuren scheiden sich die Geister. Leider existieren kaum fundierte Studien zum Thema. Die Hauptschwierigkeit ist, dass keine wissenschaftliche Definition von Detox existiert. Es ist ebenfalls nicht klar, welche Gifte der Körper ausscheiden soll.

Eine australische Studie hat 2014 die bisherigen Studien zum Thema unter die Lupe genommen [1]. Viele von ihnen bescheinigen Detox-Kuren einen Nutzen. Jedoch sind die Teilnehmerzahlen zu klein und die Methoden mangelhaft. Oft fehlte zum Beispiel eine Kontrollgruppe.

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung vertritt die Ansicht, dass Entgiftungskuren überflüssig seien. Ein gesunder Körper, so ihre Position, scheidet Schadstoffe über Leber, Darm, Nieren und Lungen aus. Der Begriff “Schlacken” sei daher irreführend.

Viele Mediziner bewerten Fastenkuren wegen des Nährstoffmangels und der möglichen Nebenwirkungen ebenfalls als kritisch. Andere sehen in Detox-Kuren dagegen mögliche Vorteile, selbst wenn sie nicht notwendig sind. Vor allem der Verzicht auf Fett, Alkohol und Zucker sei positiv.

Detox-Produkte und offizielle Stellungnahme

Auf dem Markt findest du zahlreiche Detox-Produkte wie Getränke, Kapseln und Pulver. Vor dem Kauf solltest du die Zutatenliste genau überprüfen. Während Tees und Säfte meist nicht schaden, warnt unter anderem die Verbraucherzentrale vor Detox-Produkten auf Zeolithbasis [2].

Zeolithe sind Silikate, die Stoffe binden. Sie sollten helfen, Gifte auszuscheiden. Oft enthalten sie aber Schwermetalle wie Blei und Quecksilber sowie Arsen.

Die amerikanische Lebens- und Arzneimittelüberwachungsbehörde FDA mahnt ebenfalls bei Detox-Produkten zu Vorsicht. Nicht selten befinden sich nämlich in der Zusammensetzung Wirkstoffe von Antidepressiva und Blutdruckmedikamenten.

In Deutschland haben mehrere Gerichte bereits 2015 und 2016 die Bezeichnung “Detox” für jegliche Erzeugnisse verboten. Die Bezeichnung, so ein Urteil, suggeriere eine gesundheitsbezogene Angabe, die nicht existiert.

Wem nutzt ein Detox?

Wenn du schnell abnehmen willst, erreichst du mit einem Detox sicherlich dein Ziel. Mit nur 400 bis 800 Kalorien am Tag verlierst du rasch an Gewicht. Allerdings solltest du den Jojo-Effekt berücksichtigen.

Während des Fastens schaltet dein Körper nämlich auf Sparflamme. Kehrst du danach zu deinen üblichen Essgewohnheiten zurück, sind die Pfunde schnell wieder da. Bei Übergewicht raten Experten daher lieber zu einer dauerhaften Ernährungsumstellung und Sport.

Letztlich ist es die Kombination aus einer gesunden Lebensweise, die zusammen mit sinnvollen Detox-Maßnahmen zu einem fitten und gestärkten Organismus führt. Regelmäßiger Sport, eine ausgewogene Ernährung und ein passendes Stressmanagement sind Grundvoraussetzung.

Curcuma und regelmäßige Basenbäder  mit Natron tragen bereits viel zu einem basischen Milieu und einer gesünderen Darmflora bei.

Nebenwirkungen einer Detox-Kur

Die sehr geringe Kalorienzufuhr während einer Detox-Kur kann den Körper erheblich belasten. Müdigkeit, Kreislaufprobleme, ein Schwächegefühl und Kopfschmerzen stellen häufige Begleiterscheinungen dar.

Auch bei einer Darmreinigung ist Vorsicht geboten. Durchfall, Blähungen und Verdauungsstörungen können die Folgen sein.

Aus diesen Gründen ist eine Entgiftungskur für Kinder und Jugendliche, Senioren, sowie schwangere und stillende Frauen nicht geeignet. Auch Menschen mit chronischen Krankheiten wie Diabetes sollten von einer Detox-Kur absehen.

Bei gesunden Erwachsenen spricht dagegen nichts gegen ein Detox. Jedoch raten Experten dazu, die Fastenzeit zu begrenzen. Auch solltest du die Diät sofort abbrechen, wenn du dich unwohl fühlst.


[1]https://www.researchgate.net/publication/269769478_Detox_diets_for_toxin_elimination_and_weight_management_A_critical_review_of_the_evidence

[2] https://www.verbraucherzentrale.nrw/wissen/lebensmittel/schlankheitsmittel-und-diaeten/welche-wirkung-haben-detoxpulver-co-12629

 

Foto von Toni Cuenca von Pexels