sind Supplements & Nahrungsergänzungen nur ein Mythos?

Helfen Supplemente tatsächlich bei der Gesundheit und im Sport, oder helfen sie nicht?

Braucht man überhaupt Supplemente beim Sport?

Braucht man überhaupt Supplemente im Alltag?

Reicht da denn nicht auch eine gesunde Ernährungsweise?

Ist das alles nur ein Mythos, oder was?

Die Antwort fällt wie so oft sehr pauschal aus. Kein klares „Ja“, kein klares „Nein“.

Ja, es gibt nachweisbar Fälle, wo die körperliche Leistungsfähigkeit wieder hergestellt, ja sogar gesteigert wurde.

Nein, es gibt nicht wenige Fälle, wo dies nicht der Fall war.

Alles hängt nämlich von der individuellen Betrachtungsweise eines jeden Einzelnen, dem Gesundheitszustand, aber auch von den geschaffenen Vorbedingen zur Wirkung der Supplemente ab und schon deshalb ist es einfach nicht möglich, zu einer klaren allgemeinen Antwort zu gelangen.

Dennoch will ich mit den folgenden Zeilen versuchen, meine Sichtweite zum Thema Supplemente darzulegen und so etwas mehr Klarheit schaffen.

Supplemente werden auch von vielen Medizinern verordnet, bevor Medikamente verschrieben werden und das quer durch alle medizinischen Richtungen.


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Allgemein betrachtet

Die Schulmedizin: Unter dem Begriff „Schulmedizin” werden alle diagnostischen und therapeutischen Maßnahmen zusammengefasst, die dem Denkansatz von Ursache und Wirkung folgen. Ursache und Wirkung sind mit wissenschaftlichen Methoden objektiv nachweisbar. Die Schulmedizin ist vom Denkansatz her primär krankheitsorientiert, isolierte Faktoren stehen als Krankheitsursachen im Vordergrund.

Die Naturheilkunde: Hier wird die Gesamtheit von Körper und Geist in einem ganzheitlichen Ansatz vernetzt. Der Mensch wird primär als gesund betrachtet. Die Naturheilkunde dient der Anregung der Selbstheilungskräfte, der Wiederherstellung des inneren Gleichgewichtes und der Vorbeugung von Gesundheitsstörungen.

Die Medikamente: sind eine Zubereitung, welche für die die medizinische Anwendung am Menschen oder Tier bestimmt ist. Sie werden für die Vorbeugung, Behandlung und Diagnose von Krankheiten eingesetzt und sie bestehen aus den aktiven Wirkstoffen und verschiedenen Hilfsstoffen. Sie existieren in unterschiedlichen Darreichungsformen, zum Beispiel als Tabletten, Kapseln, Salben, Tropfen und Injektionslösungen.

Die Supplemente: Sind Nahrungsergänzungsmittel, in welcher eine Reihe von Produkten aus Nährstoffen mit Ernährungs- spezifischer Wirkung dieser Stoffe in großer Menge bestehen, zum Beispiel Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente, Aminosäuren, Ballaststoffe, Kräuter usw. Supplemente sind keine Arzneimittel sondern Lebensmittel, die dazu verwendet werden, die normale Ernährung nach Bedarf zu ergänzen.

Das zur allgemeinen Betrachtung, aber wie sieht es denn genauer aus?

Ein Streitfall ist schon in der Begriffsauswahl zu sehen, unterscheidet man doch bei Nahrungsergänzungsmittel genau gesehen mehrere Untergruppen:

Basis-Supplemente, wie z.B. Vitamine, Magnesium, Zink, Fettsäuren

Diät- Supplemente, wie z.B. Kaffee, Grüner Tee, MCT-Öl, Kreatin

Sport- Supplemente, wie z.B. Beta- Alanin, Kohlenhydrate, Protein, Kreatin

Medizinisch wirkende Supplemente, wie z.B. Arnika, Kurkuma (auch Curcumin), Spirulina, Zimt

Supplemente zählen zu Lebensmitteln und daher müssen sie vor allem sicher sein und dürfen keine Nebenwirkungen haben.

Sie durchlaufen im Gegensatz zu Arzneimitteln kein Zulassungsverfahren und unterliegen lediglich einer Registrierungspflicht beim Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit.

Für die Sicherheit sind die Hersteller verantwortlich. Für die Überwachung der Supplemente die Lebensmittelüberwachungsbehörden der Länder.

Sind Supplemente also ein gesundheitliches Risiko, schädlich und eher überflüssig, oder haben sie einen nachweisbaren gesundheitlichen und sportlichen Nutzen?

Supplemente nur ein Mythos?

Spricht man mit Verwanden oder Bekannten, erhält man meist eine Ablehnung, welche mit dem Vermerk, dass dies überflüssig sei, die Wirksamkeit viel zu gering ist, die Kosten viel zu hoch seien und sogar gesundheitlichen Risiko begründet wird.

Sicher, das mag stimmen, aber dies trifft doch auch auf Medikamente zu, ja selbst auf Nahrungsmittel aus dem Supermark trifft das zu.

Sehen wir doch mal etwas genauer hin. Doch zuvor die Bemerkung das Überkreuzvergleiche durchaus umstritten sind.

Supplemente sind überflüssig, die normale Ernährung aus dem Supermarkt reicht völlig aus.

Bei immer schlechter werdenden Luft und Bodenverhältnissen, z.B. Plastik und Schwermetalle, aber auch nährstoffarme Böden für Tiere und Nutzpflanzen sollen Nahrungsmittel aus dem Supermarkt keine Qualitätseinbuße haben (Wohl kaum)?

Die Wirksamkeit von Supplementen ist zu gering.

Das gibt es bei Nahrungsmitteln und Medikamenten auch. Die Einnahme und die Dosierung sind entscheidend. Beispiel Nahrungsmittel / täglich ausreichend Omega 3 Fettsäuren durch frischen Fisch (wohl kaum).

Beispiel Supplemente / Multivitaminpräparate zu der morgendlichen Tasse Kaffee (Verlust der fettlösliche Teil der Vitamine). Beispiel Medikamente / Schmerztablette in Verbindung mit Milch (es reicht schon Kaffeesahne).

Die Kosten für Supplemente sind zu hoch.

Beispiel Medikamente / Calciumfolinat Hexal Kps 15 mg 90 Stk. 550,00 €. Beispiel Nahrungsmittel / weißer Kaviar 1 kg bis zu 330 €. Beispiel Supplement / Fischöl Omega 3  1000 Kps bis zu 50 €

Gesundheitliches Risiko bei Supplementen.

Beispiel Medikamente / So kann z.B. eine regelmäßige Einnahme von synthetischen Schmerzmitteln wie Ibuprofen sogar tödlich enden (veröffentlichte Studie d. Zeitschrift Lancet). Beispiel Nahrungsmittel / der hohe Zuckergehalt in den meisten Nahrungsmitteln (Insulinresistenz).

Beispiel Supplemente / ja, auch hier gibt es natürlich auch ein gesundheitliches Risiko beispielsweise Vitamin „A“und „E“ oder auch hohe Dosen von Wheyprotein (Insulinresistenz).

Eines ist aber für uns in Deutschland bezüglich Supplemente von Bedeutung.

Bei uns dürfen Supplemente keinen Therapeutischen Nutzen erfüllen ganz im Gegensatz zu anderen Ländern. Hier eine Liste zulässiger anderer gesundheitsbezogener Angaben über Lebensmittel als Angaben über die Reduzierung eines Krankheitsrisikos durch Supplemente.

https://www.bfr.bund.de/de/fragen_und_antworten_zu_naehrwertprofilen_und_health_claims-9142.html

Alternative Wirkung & Nebenwirkung zu Medikamenten.

Hier nur 3 Beispiele mit aufgeführten Studien.

Beispiel 1

Sechs Natürliche Ibuprofen- Alternativen durch klinische Forschung.

1. Arnika

https://www.greenmedinfo.com/article/topical-treatment-arnica-effective-ibuprofen-hand-osteoarthritis

2. Ingwer

https://www.greenmedinfo.com/article/ginger-effective-mefenamic-acid-and-ibuprofen-relieving-pain-women-primary-dys

3. Kurkuma

https://www.greenmedinfo.com/article/efficacy-and-safety-curcuma-domestica-extracts-compared-ibuprofen-patients-kne

4. Thymian

https://www.greenmedinfo.com/article/thymus-vulgaris-least-effective-ibuprofen-reducing-severity-pain-and-spasm-pri

5. Omega 3

https://www.greenmedinfo.com/article/omega-3-fatty-acids-are-effective-alternative-ibuprofen-reducing-arthritic-pai

6. Zimt

https://www.greenmedinfo.com/blog/cinnamon-beats-ibuprofen-pain-study-reveals-2

Beispiel 2

Insulinresistenz mit diesen 8 Lebensmitteln

1. Kurkuma: 100% wirksam bei der Vorbeugung von Diabetes

https://care.diabetesjournals.org/content/35/11/2121.full
2. Ingwer: Senkt den Nüchtern-Blutzucker um 10,5%
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/?term=diabetes+ginger

3. Zimt: Weniger als ½ Teelöffel am Tag senkt schon den Blutzuckerspiegel

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/32032898/

4. Olivenblattextrakt Forscher der University of Auckland haben nachgewiesen, dass es die Insulinsensitivität verbessert.

Humanstudie; In einer randomisierten, doppelblinden, placebokontrollierten Studie wurden 46 übergewichtige Männer in zwei Gruppen eingeteilt. Eine Gruppe erhielt Kapseln mit Olivenblattextrakt und die andere Gruppe erhielt ein Placebo.

Nach 12 Wochen senkte das Olivenblattextrakt  die Insulinresistenz um durchschnittlich 15 %. Es erhöhte auch die Produktivität der Insulin produzierenden Zellen in der Bauchspeicheldrüse um 28 %.

5. Beeren senken die Insulinspitze nach dem Essen

Studien zeigen, dass der Körper nach einer Mahlzeit weniger Insulin für den Zuckerhaushalt benötigt, wenn auch Beeren gegessen werden. In einer Studie mit gesunden Frauen in Finnland wurden die Probanden gebeten, Weiß- und Roggenbrot mit oder ohne Auswahl verschiedener pürierter Beeren zu essen.

Stärke allein im Brot erhöht den Glukosespiegel nach dem Essen. Die Forscher fanden jedoch heraus, dass das Hinzufügen von Beeren zum Brot die Insulinspitze nach dem Essen signifikant reduzierte.

6. Schwarzer Samen (Nigella Sativa): Nur 2 Gramm reduzieren die Insulinresistenz

In einer Studie mit 94 Diabetikern verschrieben die Forscher entweder 1, 2 oder 3 Gramm Nigella Sativa-Kapseln  pro Tag . Sie fanden heraus, dass schwarzer Samen bei einer Dosis von 2 Gramm pro Tag die Nüchternblutglukose- und Insulinresistenz signifikant verringerte.

7. Spirulina

In einer randomisierten Studie an insulinresistenten Patienten verglichen die Forscher die Kraft von Spirulina  und Soja zur Kontrolle des Insulinspiegels.

Sie wiesen 17 Patienten zu, 19 Gramm Spirulina pro Tag zu erhalten. Die anderen 16 Patienten erhielten 19 Gramm Soja. Nach acht Wochen erhöhte die Spirulina-Gruppe ihre Insulinsensitivität im Durchschnitt um 224,7 %, während die Soja-Gruppe ihre Insulinsensitivität um 60 % erhöhte.

8. Berberin genauso gut wie drei verschiedene Diabetes-Medikamente

Studien belegen, dass es genauso gut ist, wie verschreibungspflichtige Diabetes-Medikamente.

Chinesische Forscher verglichen Berberin  mit Metformin in einer Pilotstudie an 36 Patienten. Sie fanden heraus, dass Berberin den Blutzuckerspiegel ebenso wie Metformin in nur drei Monaten senkte.

Die Patienten senkten auch signifikant ihren Nüchternblutzucker und ihren Blutzucker nach der Mahlzeit.

In derselben Studie gaben Forscher 48 Diabetikern drei Monate lang Berberin. Nach nur einer Woche senkte Berberin sowohl den Nüchtern- als auch den Blutzuckerspiegel nach der Mahlzeit. Darüber hinaus sank ihre Insulinresistenz um 45 %.

Jedoch sind bei allen positiven Effekten immer gewisse Voraussetzungen notwendig

a) der Zeitpunkt der Einnahme,

b) die Menge der Einnahme,

c) Art der Einnahme.

Beispiel 3

Reduzierung des Körpergewichtes

Alpha-Liponsäure reduziert das Risiko von Fettleibigkeit erheblich.

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/32091656/

Zimt Supplementation reduziert das Körpergewicht, BMI und das das Taillen-Hüft-Verhältnis erheblich.

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/31800140/

Es ließen sich noch viele weitere Beispiele aufzählen, aber von größerer Bedeutung ist es, die wissenschaftlichen Ergebnisse auch zu erreichen. Und gerade das könnte im Alltag ein Problem werden.

Bedeutet dies doch, dass man Ernährungs- spezifisch zuerst die Grundlagen zur Wirkung der Supplemente schaffen muss und sich dann an die betreffende Dosierung halten muss.

Ein weiteres Problem ist jedoch die Qualität der gekauften oder verschriebenen Supplemente, die der Konsument nur sehr schwer kontrollieren (Produktanalyse) kann. Schwarze Schafe gibt es leider immer, auch bei Supplement-Herstellern.

Wo Licht ist, da ist auch Schatten. Neben den zum Teil fehlenden oder wenig aussagenden Analysezertifikaten ist vor allem die jeweilige Dosierung das Problem.

Ein Problem das alle Supplemente gemeinsam haben und hier nur kurz am Beispiel von Kurkuma gezeigt werden soll. Dies können jedoch auch nur als erste Anhaltspunkte / Richtlinien gelten.

Beispiel Kurkuma: Anwendung und Dosierung
Gemäss der Monographie der European Scientific Cooperative on Phytotherapy (ESCOP) und der Welt- Gesundheitsorganisation (WHO) wird als Tagesdosis bis zu 3 g Kurkuma-Pulver aus dem getrockneten Wurzelstocks empfohlen.

Die Dauer der Einnahme braucht nicht begrenzt zu werden. Diese Empfehlung bezieht sich jedoch nicht auf die Behandlung bestimmter Erkrankungen.

Die Empfehlung der WHO von 3g Kurkumapulver entspricht einer Tagesdosis von ca. 120-200mg Curcumin abhängig vom Curcumingehalt des Kurkumas.

Dies scheint gerade für eine Vorbeugung eine gute Dosierung zu sein.

Bei ernsthafteren Erkrankungen wurden in den Studien deutlich höhere Dosierungen eingesetzt (bis zu 8.000 mg Curcumin/Tag).

Beispiel für Verdauungsbeschwerden: 300 bis 500mg tgl

Beispiel für Abnehmen und Stoffwechsel: 2 mg Curcumin für jedes Kilo Körpergewicht tgl

Beispiel für Senkung des Cholesterinspiegels: 500 Milligramm Curcumin tgl

Beispiel für Krebs: 1 – 3,6 Gramm Curcumin tgl

Fazit

Durch Nahrungsergänzungen und deren spezifischen Zusammensetzung, ist es möglich, nach einer gründlichen Analyse, die Auswahl für bestimmte oder besondere Zwecke zu treffen und, oder somit die Möglichkeiten zu schaffen, eventuelle Mangelerscheinungen auszugleichen, ja sogar die körperliche Leistungsfähigkeit zu steigern beziehungsweise wieder herzustellen.

Klaus Berbig


Quellen

greenmedinfo.com/

internisten-im-netz.de

dr-gumpert.de

Bilder:

Photo by Anshu A on Unsplash

Titelbild by Sharon McCutcheon on Unsplash

zuletzt aktualisiert am 02.01.2021